Kreis Ratibor, Polen

Der Märkische Kreis unterhält seit dem jahr 2001 eine ausgesprochen intensive und erfolgreiche Partnerschaft mit dem Kreis Ratibor in der Wojewodschaft Schlesien in Polen.
Beide Kreise haben wichtige Bildungsangebote für die Region: der Märkische Kreis durch seine Berufsschulen, Fachhochschulen und eine private Universität, Ratibor durch seine Berufsschulen und eine Universität. In beiden Kreisen gibt es ein vielfältiges Kulturangebot. So verwundert es nicht, dass seit Bestehen der Partnerschaft bereits zahlreiche gemeinsame Kulturveranstaltungen stattgefunden haben, zum Beispiel diverse Kunstausstellungen und Kulturfeste oder der Austausch von Chor- und Tanzgruppen. Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Beziehungen bilden regelmäßige Begegnungen von Kulturgruppen. Außerdem fanden gegenseitige Besuche von Sportgruppen, insbesondere unter Schwimmvereinen statt. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung nutzten bereits die Gelegenheit, sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen des Partnerkreises auszutauschen.

Informationen über den Kreis Ratibor

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Der Ratiborer Kreis liegt an der Oder, in der Wojewodschaft Schlesien, im Süden Polens, an der Grenze zur Tschechischen Republik. Er hat eine Gesamtfläche von 544 km² und rund 110.000 Einwohner. Zum Ratiborer Kreis gehören 8 Gemeinden, darunter drei Städte, Raciborz, Kuzina Raciborza und Krzanowice. Die Gemeinden Krzyzanowice, Krzanowice und Pietrowice Wielkie grenzen unmittelbar auf einer Länge von 47 km an die Tschechische Republik. Das gleichzeitige Bestehen der hoch entwickelten land- und wirtschaftlichen Warenindustrie und Chemie- und Maschinenindustrie runden das vielfältige Profil und die wirtschaftliche Struktur des Ratiborer Kreises ab. Die bekanntesten Firmen sind Henkel und der Süßwarenhersteller Miesko.
Eine hohe Bodenqualität der landwirtschaftlich genutzten Gebiete zeichnet den Ratiborer Kreis polenweit aus. Als weitere Merkmale der Region gelten das die Landwirtschaft begünstigende Klima mit relativ langer Vegetationsperiode, entsprechender Luftfeuchtigkeit und Insolation. Zusätzlicher Vorteil ist auch die Lage des Ratiborer Kreises, der sich in der Nachbarschaft des Oberschlesischen Industriegebiets und sowohl Rybniker als auch Ostrau-Karwiner Kohlengebiets befindet. Mit seinem Reichtum an Wäldern, Flusslandschaften und Schutzgebieten gilt der Ratiborer Kreis als „Grüne Lunge“ Schlesiens. Außer pittoresker Landschaft bietet der Ratiborer Kreis nicht nur gotische Architektur, z.B. das Ratiborer Schloss und Zisterzienser Abteil in Rudy, sonder auch zahllose sakrale Bauobjekte aus verschiedenen Jahrhunderten.

Kultur und Sehenswertes

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Außer pittoresker Landschaft bietet der Ratiborer Kreis nicht nur gotische Architektur, z.B. Ratiborer Schloss und Zisterzienser Abteil in Rudy, sonder auch zahllose sakrale Bauobjekte aus verschiedenen Jahrhunderten. Das Ratiborer Land hat eine interessante Geschichte, die sich durch Einflüsse polnischer, tschechischer und deutscher Kultur auszeichnet, deren Spuren sich auf Schritt und Tritt entdecken lassen.

Im Kreis Ratibor, liegt der Ort Lubowitz, wo im Jahre 1788 der Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff geboren ist. Dort ist ein Kultur- und Begegnungszentrum, bei dem man die alte Schlossruine und ein Eichendorff-Museum besuchen kann. Im gesamten Kreisgebiet kann man sich auf Eichendorffs Spuren begeben, auch in der alten Mühle in der er „in einem kühlen Grunde“ geschrieben haben soll. Überhaupt wird deutsches Kulturgut in der Region um Ratibor sehr gut durch die Ortsvereine des DFK (Deutscher Freundschaftskreis) vertreten.

Auf der Mitte des quadratisch angeordneten Marktplatzes in Ratibor befindet sich die Mariensäule. Sie ist ein einzigartiges Denkmal des schlesischen Barocks, geschaffen im Jöahöre 1727 von dem Künstler Johann Melchior Österreich. Auf dem dreiseitigen Sockel sind der heilige Marcellus Papst – Beschützer der Stadt RAtibor-, der heilige Florian, Schutzherr vor Feuersbrunst und der heilige Sebastian – Beschützer vor der Pest. Gekrönt wird die Säule von der Muttergottes.

Das Zisterzienserkloster Groß Rauden ist ein am 21. Oktober 1258 gegründetes oberschlesisches Tochterkloster von Kloster Jędrzejów. Es liegt in der polnischen Ortschaft Rudy (Groß Rauden) im Kreis Ratibor, Woiwodschaft Schlesien. Das Klostergebäude und die Kirche wurden während des Zweiten Weltkrieges schwer zerstört. In den Jahren 1947-1950 wurde die Pfarrkirche restauriert, dabei wurde der gotische Zustand aus dem 13. Jahrhundert zugrunde gelegt. Das Klostergebäude blieb noch bis vor wenigen Jahren im verwahrlosten Zustand. Das ehemalige Zisterzienserkloster in Rauden gehört heute der Diözese Gleiwitz. Seit 1998 finden umfassende Renovierungsarbeiten statt. So erstrahlen heute die Gebäude im neuen Glanz. In den Klostergebäuden wirkt seit 2009 die Bildungseinrichtung der Diözese Gleiwitz. Es gibt mehrere Tagungssäle sowie Übernachtungsmöglichkeiten.

Die Kreuzkirche in Großpeterwitz wurde 1667 erbaut und ist eine Holzkirche. Sie ist, dank dem bekannten Gnadenbild, anerkannte Wallfahrtskirche und eine der wenigen
noch erhalten gebliebenen, als Denkmal geschützten oberschlesischen Schrotholzkirchen. Groß Peterwitz ist für die seit Jahrhunderten veranstalteten Pferdeprozessionen (Osterreiten) bekannt.

Auch Wanderfreunde kommen im Kreis Ratibor auf ihre Kosten. Ob auf den Spuren Johann Freiherr von Eichendorffs, durch die großen Landschaftsparks oder entlang der Oderufer. Der hiesige Wanderverein SGV hat mit dem Tourismusverein PTTK in Ratibor interessante Wanderrouten ausgearbeitet. Wer es etwas bergiger mag, hat es nicht weit in die bekannte Wanderregion der Beskiden.

Die Metropolen Kattowitz und Krakau sind nicht weit von Ratibor entfernt . Kattowitz ist die Hauptstadt Schlesiens und rund 80 Kilometer entfernt. Sehenswert sind dort u.a. die Marienkirche und das schlesische Museum. Krakau, mit seinen weltbekannten Markthallen und dem Schloss Wawel, ist rund 2 Stunden entfernt.

Zuletzt aktualisiert am: 13.11.2012