Landkreis Elbe-Elster, Brandenburg

Der Landkreis Elbe-Elster liegt rund 600 Kilometer vom Märkischen Kreis entfernt.
Mit den Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 5.12.1993, schlossen sich die seit 1952 eigenständigen Kreise Bad Liebenwerda, Finsterwalde und Herzberg zum Landkreis Elbe-Elster zusammen. Das Territorium des neuen Kreises liegt im Drei-Länder-Eck Brandenburg, Sachsen und Sachsen/Anhalt und somit in unmittelbarer Nähe der Ballungsgebiete Berlin, Leipzig und Dresden. Bei sinkender Einwohnerzahl leben hier auf einer Fläche von 1.890 km² rund 120.000 Menschen.

Der Landkreis Elbe-Elster gehört zum Teil zur Niederlausitz und erstreckt sich am südlichen Landrücken mit dem Lausitzer Grenzwall und Fläming bis zum Rand der Lausitzer Platte im Südwesten des Landes Brandenburg. Drei Flüsse geben der Region ihren Namen. Die Elbe im Südwesten als Grenzfluss zu Sachsen, die Schwarze Elster, die das Reisegebiet durchquert und die Kleine Elster.

Die wechselvolle Landschaft wurde von zwei Eiszeiten geformt. Mit über 52 % landwirtschaftlich genutzter Anbaufläche gehört er zu den Industrie-Agrarkreisen. Die Hauptindustrie- und Gewerbezentren sind in und um die Städte Finsterwalde, Elsterwerda, Herzberg, Bad Liebenwerda, Mühlberg, Falkenberg und Schlieben konzentriert. Neben Wald- und wasserreichen Naherholungsgebieten besitzt der Landkreis zahlreiche touristische Attraktivitäten.

Bereits 1997 wurde das „Elbe-Elster-Land" als 13. Reisegebiet im Land Brandenburg anerkannt. Die gesamte Region ist landschaftlich durch die z.T. sehr großen Waldgebiete, sehenswerten Auenlandschaften, Moorgebiete und großen Wasserflächen geprägt, die überwiegend zu den angrenzenden Naturparks gehören. In ihnen eingebettet liegen fast alle der 20 Natur- und 21 Landschaftsschutzgebiete. Teilgebiete des Landkreises gehören zum Naturpark „Niederlausitzer Landrücken“ (1997 ausgerufen), ein weitaus größerer Teil mit 490 km2 zum Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft (1996 ausgerufen). Aber auch zerrissene Landschaften und die in der Renaturierung befindlichen ehemaligen Braunkohletagebaugebiete üben eine einzigartige Anziehungskraft aus und werden mit einhergehender touristischer Erschließung in den kommenden Jahren Anziehungspunkt vieler Besucher sein.

Kultur und Sehenswertes

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550 hochbauliche Denkmäler sowie 130 Bodendenkmäler zeugen von der Geschichtsträchtigkeit der Region. Daraus resultierend existieren eine Vielzahl von Museen und Heimatstuben. Im Landkreis Elbe-Elster stand die Wiege der deutschen Marionettenkunst. So ist eine einzigartige Marionettenausstellung im Kreismuseum Bad Liebenwerda zu bewundern. In den Städten Finsterwalde, Mühlberg und Herzberg sind zahlreiche Zeugen der Vergangenheit zu besichtigen. Besonders zu nennen ist das im 13. Jahrhundert gegründete Zisterzienserkloster in Mühlberg, das 1165 gestiftete Mönchskloster in Doberlug-Kirchhain oder die 700 Jahre alten und original erhaltenen Deckenmalereien in der St. Marienkirche zu Herzberg, einem kirchlichen Zentrum des ausgehenden 12. Jahrhunderts wie auch zu Zeiten der Reformation in Deutschland.

Braunkohleförderbrücke „F 60“
Die ehemalige Braunkohleförderbrücke, kurz „F 60“, lässt niemanden kalt. Für die einen ist sie ein Objekt der Superlative, 500 Meter Lang, 80 Meter hoch und gern als liegender Eifelturm der Lausitz bezeichnet. Sie beförderte damals stündlich 29.000 Kubikmeter von einer Seite des Tagebaus zur anderen. Für andere ist sie Zeugnis unfassbaren Umgehens mit der Natur. Heutzutage ist es ein begehbares Bergwerk Übertage, das jährlich zahlreiche Besuchergruppen anzieht.

Brikettfabrik LOUISE
Die Brikettfabrik LOUISE ist ein Besucherbergwerk und Technisches Denkmal. Alle baulichen Anlagen und Einrichtungen entsprechen im wesentlichen noch dem jeweiligen Errichtungszustand. Im Jahr 1876 gab es die Louise zunächst als Tiefbau-Schacht und wurde im Jahr 1882 durch den Bau einer Brikettfabrik ergänzt. Bis 1992 war sie sogar noch in Betrieb. Heutzutage gibt es dort geführte Fabrikbesichtigungen, bei denen sogar noch viele der Maschinen 2in Aktion“ gezeigt werden. In der Kraftwerkshalle finden viele attraktive Kulturveranstaltungen statt.

Kaufmannsladen Wittke
Als G. F. Wittke 1850 sein Material-, Cigarren- und Destillations- Geschäft in der Finsterwalder Langen Gasse etablierte, erahnte er wohl kaum, dass sein kleines Handelsunternehmen das Kernstück des 1981 gegründeten Kreismuseums Finsterwalde bilden würde. Der original eingerichtete Kaufmannsladen mit seinem Interieur aus der Gründerzeit und den Waren- und Werbeutensilien aus der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts ist heute noch immer das Urbild des Tante-Emma-Ladens.
Natürlich fehlen auch die berühmten Finsterwalder Sänger nicht. Entstehungsgeschichte und Wirkung des Sängerliedes lassen sich an Hand vieler Objekte genauso nachvollziehen, wie das Lied in verschiedenen Varianten zu hören ist. Darüber hinaus zeigt das Museum eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte des Chorgesanges von den Anfängen im Mittelalter bis zur Gegenwart
Ein gut ausgebautes und ausgeschildertes Radwanderwegnetz führt durch die flache, abwechslungsreiche Landschaft zu interessanten Ausflugzielen und Sehenswürdigkeiten. Thematische Routen verbindend die landschaftlichen Schönheiten mit Stätten der Kultur- und Industriegeschichte. Auf dem Rad entlang des Flusslaufes der Schwarzen Elster werden Wälder und idyllische Auenlandschaften durchquert. Charmante Kleinstädte und verträumte Orte bieten Gastfreundschaft und ideale Rastmöglichkeiten.
Die Metropolen Berlin, Leipzig und Dresden sind nicht weit vom Landkreis Elbe-Elster entfernt. Die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland liegt rund 125 km von Finsterwalde entfernt. Nach Leipzig oder Dresden fährt man mit den Auto nur etwas mehr als eine Stunde.

Zuletzt aktualisiert am: 15.11.2012