Brauchtum

Brauchtum IBSV Spielmannszug

Den Menschen im Märkischen Kreis werden viele Charaktereigenschaften zugeschrieben. Oft heißt es, sie seien bodenständig und treu, ehrlich und fleißig - bisweilen aber auch wortkarg und stur. Richtig ist im jeden Falle, dass sie gerne feiern und Gäste dabei immer willkommen sind. Dabei lieben sie es gerne traditionell, beispielsweise beim Schützenfest mit Festumzug und Vogelschießen.

Das größte Schützenfest in Südwestfalen feiert der Iserlohner Bürger-Schützen-Verein (IBSV). Der traditionsreiche Festumzug zieht jährlich mehr als 40.000 Menschen aus nah und fern an. Die Internationale Musikparade im Hemberg-Stadion ist ein weiterer Höhepunkt.

Der Bürger-Schützenverein Lüdenscheid organisiert in jedem Jahr im Rahmen seines Schützenfests die "Steinert Kirmes" – die größte Kirmes im Sauerland. Überregional bekannt sind auch die Kilian-Kirmes in Iserlohn-Letmathe und die Pfingst-Kirmes in Menden.

In nahezu jedem Dorf, in jeder Stadt und Gemeinde, findet sich mindestens ein Schützenverein oder eine Schützenbruderschaft. 11.755 Schützen sind im Märkischen Kreis in 69 Vereinen organisiert. Sie gehören entweder dem Sauerländer Schützenbund oder dem Westfälischen Schützenbund an. Der Tradition und der Brauchtumspflege sind sie alle verpflichtet, in einigen wird zudem das sportliche Schießen besonders gepflegt. Geselligkeit steht aber immer hoch im Kurs.

Vor allem in den ehemals kurkölnischen Gebieten ist Karneval ein weiteres beliebtes Volksfest. Höhepunkt einer jeden Session sind die Rosenmontagszüge – in Menden findet der Umzug allerdings bereits am Tulpensonntag statt. Menden ist die Karnevals-Hochburg im Märkischen Kreis. Der Teufelsturm beherbergt sogar das Westfälische Karnevalsmuseum, das die Geschichte der Westfälischen Fastnacht bis heute dokumentiert.

Jedes Jahr im März feiert die Stadt Neuenrade das "Gertrüdchen". Aus dem Pferde-, Kram- und Jahrmarkt ist ein Volksfest geworden, das Besucher aus der gesamten Region lockt. Die Tradition des Festes reicht zurück bis in das Jahr 1355, als Graf Engelbert III. mit der Vergabe der Stadtrechte Neuenrade auch das Recht zugestand, drei Jahrmärkte pro Jahr auszurichten. Heute ist der Pferdemarkt auf den Samstag beschränkt, dafür gibt es ein riesiges Kirmesgelände und Marktstände soweit das Auge reicht.

Ein kirchliches Fest mit hoher Anziehungskraft ist die Kreuztracht in Menden. Sie ist die größte der acht in Westfalen stattfindenden Karfreitagsprozessionen. Unbekannte Kreuzträger gehen zu jeder Stunde - von Gründonnerstag 21.00 Uhr bis Karsamstag 6.00 Uhr – den Kreuzweg. Tausende Menschen aller Altergruppen folgen dem Kreuz, das vorangetragen wird. Der Brauch geht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Von der St.-Vincenz-Kirche geht es entlang des Kreuzweges durch die Stadt zur St.-Antonius-Kapelle auf dem Rodenberg, vorbei an 14 Stationen mit Heiligenhäuschen und Gedenksteinen.

Am Pfingstmontag ist es in Iserlohn Tradition, um sechs Uhr in der Frühe zum Ballotsbrunnen am Danzturm zu wandern, dabei dem Elfentanz am Rupenteich zuzuschauen und Quellwasser zu trinken. Das Wasser soll heilende Wirkung haben. Einer alten Sage zufolge lebt derjenige ein Jahr länger, der an diesem Tag von dem Quellwasser trinkt. Es ist das Privileg des IBSV-Königspaars und dessen Hofstaat das Wasser zu schöpfen und auszugeben.

Zuletzt aktualisiert am: 09.11.2012