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Chronik 800 bis 1173

Um 800
Vereinzelt kann im märkischen Sauerland für die Zeit um 800 der Beginn der Eisenverhüttung in Rennfeuern nachgewiesen werden. Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert erfahren die Rennöfen eine weite Verbreitung. Seit dieser Zeit zählt das märkische Sauerland zu den bedeutenden Eisen erzeugenden und weiter verarbeitenden Regionen Deutschlands und Europas. Ab etwa 1250 werden die Rennfeuer und -öfen durch die wesentlich effektiveren und ergiebigeren Floßöfen, die bereits die Wasserkraft nutzen, ersetzt. Die Vermutung liegt nahe, dass die Burg Altena während der Blütezeit der Rennöfen in das fernab der wichtigen mittelalterlichen Handelswege gelegene märkische Sauerland gebaut wurde, um das wichtige Eisengewerbe zu schützen und zu nutzen.  

Um 1000
Levold von Northof erzählt in seiner 1357/58 entstandenen Chronik der Grafen von Altena eine Sage zur Gründung der Burg Altena, die die Entstehung des Wehrbaus auf die Zeit Kaiser Ottos III. (seit 983, gest. 1002) datiert. Zwei vom Kaiser sehr geschätzte Brüder aus dem Geschlecht der römischen Orsini seien nach Deutschland gekommen. Im Vertrauen auf die Macht und die Gunst des Kaisers kauften sie demnach ein Herrschaftsgebiet und begannen einen Berg zu befestigen, der Wolfseck genannt wurde. Der Graf von Arnsberg habe versucht, den Bau der Burg mit Waffengewalt zu verhindern, sei jedoch nicht in der Lage gewesen, den festen und schwer zu erobernden Ort einzunehmen. Ihm zum Trotz sei die Stelle Altena, das heißt all zu nah, genannt worden. Anschließend hätten die Brüder auch die Burg Altenberg gegründet und eine Zeitlang beide Burgen gleichzeitig besessen. Von diesen beiden Brüder sollen die Grafen von Berg und die von der Mark und ihre Grafschaften ihren Anfang genommen haben. Der von Levold von Northof genannte frühe Zeitpunkt der Errichtung der Burg Altena ist als unwahrscheinlich anzusehen und kann weder mit Quellen noch mit baulichen Befunden noch mit Ausgrabungser- gebnissen untermauert werden. Zudem gehen alle fundierteren Genealogien davon aus, dass die Grafen von Altena von den Grafen von Berg abstammen und nicht umgekehrt.   

Um 1108
Eine zweite sagenhafte Überlieferung zu den Ursprüngen der Burg und der Grafen von Altena schätzt der westfälische Historiker Johann Diederich von Steinen 1755 als plausibler ein. Danach stammen die Grafen von Altena von Theodericus, dem Sohn eines Grafen von Kleve und Teisterband ab, der zur Zeit Kaiser Ludwig des Frommen (814-840), ein Castell Altena in den Niederlanden erworben und sich danach Graf von Altena genannt habe. Um 1108 sollen die Brüder Adolf und Eberhard, zwei Nachkommen aus diesem Hause, von Kaiser Heinrich V. für treue Dienste auch ein Stück Land im märkischen Sauerland erhalten haben. Auf dem Berg Wulfseck bauten sie eine Burg , die sie anfangs Wulfeshagen, später aber Altena nannten, um ihren traditionellen Geschlechternamen zu festigen und gleichzeitig zum Ausdruck zu bringen, die Burg sei dem Grafen von Arnsberg all zu nahe.   

1122/25
"Adolphus comes de Altena", mit ziemlicher Sicherheit identisch mit Graf Adolf IV. (seit 1106, gest. 1161) von Berg, urkundet als erster Zeuge in der Gründungsurkunde des Klosters Cappenberg. Adolf IV. war nach H. Grote (1877), Norbert Reimann (1973), Eberhard Fricke (1977 u. 1981), Ernst Dossmann (1983) und Pia Ersfeld (1996) mit Adelheid, der Tochter des Grafen Friedrich von Arnsberg, verheiratet, und könnte möglicherweise durch diese Verbindung in den Besitz des Altenaer Gebietes gekommen sein. Nach den Stammtafeln von Wilhelm Karl von Isenburg (1936) und den Europäischen Stammtafeln von Detlev Schwennicke (1978) war Adolf IV. hingegen seit 1125 mit Irmgard von Schwarzenberg-Sponheim verheiratet, der Tochter des Hallgrafen Engelbert, einer Verwandten von Engelbert I., Erzbischof von Köln, der wiederum Lehnsherr des Grafen von Arnsberg war. Die Cappenberger Urkunde ist aber nur als Abschrift aus dem 15. Jahrhundert erhalten, und ihre Echtheit ist umstritten.   

1161
Eine aus der in den Europäischen Stammtafeln veröffentlichte Genealogie der Grafen von Arnsberg und der von Pia Ersfeld aufgestellten Stammtafel abgeleitete These geht ebenfalls davon aus, dass das Altenaer Gebiet dem Einfluss der Grafen von Arnsberg unterstand. Demnach ist das Altenaer Erbe 1160 durch den Lehnsherrn, den Erzbischof von Köln, an Adelheid von Arnsberg gefallen, der Tochter von Graf Gottfried I. von Cuyk und Ida (Jutta) von Arnsberg. Nach den Isenburg'schen Stammtafeln und der ebenfalls in den Europäischen Stammtafeln publizierten Genealogie der Grafen von Berg war Adelheid von Arnsberg allerdings die Tochter des Grafen Heinrich von Arnsberg-Rietberg. Unumstritten ist jedoch, dass Adelheid von Arnsberg seit 1161 mit Graf Eberhard I. von Berg (seit 1152, gest. 1180) verheiratet war. Spätestens mit ihm, einem Sohn von Adolf IV. von Berg, beginnt mit Sicherheit die Linie der Grafen von Altena. Er zeichnet seit 1161 als Graf von Altena und soll dort einen dauerhaften Wohnsitz gehabt haben.   

1173
Eberhard I. teilt 1173 das Erbe unter seinen Söhnen Arnold und Friedrich I. auf, die sich beide Grafen von Altena nennen. 1180 stirbt Eberhard I. als Laienbruder im Kloster Altenberg. Angeblich soll die Burg in der Zeit von 1173 bis 1200 Ganerbenburg gewesen und zur Geschlechterburg ausgebaut worden sein. Friedrich I. (seit 1173, gest. 1199) kauft 1170 die Herrschaft Mark bei Hamm und verlegt seinen dauerhaften Wohnsitz auf den Oberhof Mark am Hellweg, einer der wichtigsten Handelsstraßen des Mittelalters. Später wird die Grafschaft Altena in Grafschaft Altena-Mark, schließlich nur noch in Grafschaft Mark umbenannt. Arnold (seit 1173, gest. 1209) zieht nach Hattingen auf die Isenburg. Allerdings sollen sie sich beide noch Grafen von Altena genannt sowie ihren Stammsitz weiter in Altena gesehen haben. Angeblich unterhielten beide Mannschaften und Wohnsitze auf der Burg Altena; die wichtigen Akten und Urkunden sollen auch weiter dort gelagert worden sein. Die Besitzungen werden in eine an und südlich der Ruhr gelegene Hälfte und in die Hellwegzone geteilt. Bewohnt wird die Burg Altena, die ihren Status als Stammburg verliert und zur Amtsburg wird, seitdem auf Dauer nur von Drosten und Verwaltern, zeitweise auch von gräflichen Nebenlinien. Die Grafen selbst kommen nur noch vorüber gehend nach Altena.   

Zuletzt aktualisiert am: 16.01.2013