Kooperationen für den Kinderschutz

Kinderschutzfachkraft Kim Heinzer koordiniert und vernetzt Angebote zum Kinderschutz im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Kinderschutzfachkraft Kim Heinzer koordiniert und vernetzt Angebote zum Kinderschutz im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 18.10.2018
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Wenn Schulen, Kindertagesstätten oder Jugendhilfe-Träger den Verdacht auf eine Gefährdung des Kindeswohls haben, können sie sich an das Kinderschutz-Team des Märkischen Kreises wenden. Unter der Koordination von Diplom-Sozialpädagogin Kim Heinzer bietet es den Organisationen Beratung und Hilfestellung: „Das wichtigste ist es zunächst, den Kindern einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich mitteilen können, wenn ein Verdacht besteht. Den Schulen empfehlen wir stets auch in den Austausch mit den Eltern zu gehen. Außerdem wollen wir junge oder werdende Eltern früh erreichen, um elterlicher Überforderung vorzubeugen und so den Schutz der Kinder zu gewährleisten.“ Viele Träger nutzen die Möglichkeit sich über ihre Möglichkeiten zu informieren und auf dem neuesten Stand zu bleiben. Hier helfen Kim Heinzer und ihre drei Kolleginnen und Kollegen.
Die 34-Jährige hat zunächst in Holland studiert, wo sie eine sehr praxisbezogene und fortschrittliche Ausbildung genossen hat. Für ihren Master zog es die gebürtige Lüdenscheiderin nach Köln, wo sie Management und Pädagogik der Sozialen Arbeit studierte. Nach dem Studium arbeitete Heinzer zunächst beim Regionalen Sozialdienst in Meinerzhagen, bis sie 2017 als Koordinierende Kinderschutzfachkraft ins Kreishaus Lüdenscheid gezogen ist.
Die Vernetzung der verschiedenen Träger der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Kindertagesstätten und offenen Einrichtungen ist ein großer Teil ihrer Arbeit. „Wir sind froh, dass wir mit allen Schulen im Märkischen Kreis Kooperationsverträge geschlossen haben und gut im Gespräch sind. Auch den Kontakt mit den Gerichten pflegen wir in verschiedenen Arbeitskreisen und auf Fachtagungen“, berichtet Heinzer von ihrem Alltag. „Der interdisziplinäre Austausch ist eine Stärke der Netzwerke, die wir im Rahmen der Bundesstiftung Frühe Hilfen errichten. Und durch überregional angeglichene Verfahren können alle Beteiligten besser auf Verdachtsfälle reagieren.“ Innerhalb des Kreisgebiets gibt es fünf lokale Netzwerke für vorbeugende Hilfe und Beratung: Halver/ Schalksmühle, Herscheid, Meinerzhagen/Kierspe, Nachrodt, sowie Neuenrade/ Balve.
Eine sehr enge Kooperation gibt es außerdem mit dem Märkischen Kinderschutz-Zentrum in Lüdenscheid. Gemeinsam werden Schulungen und Tagungen zum Thema Kinderschutz ausgerichtet. Beispiel hierfür ist die Fachkräftetagung zum Thema Schütteltrauma am 7. November.
Bei circa 80 Prozent der durchgeführten Beratungen ist eine Meldung zunächst nicht erforderlich, was die positive präventive Wirkung des Kinderschutz-Teams verdeutlicht. Wenn sich Meldungen bestätigen, entsteht ein Prüfverfahren beim Jugendamt, welches dann durch den Regionalen Sozialen Diensten den Kontakt zu den Eltern sucht und Hilfe vor Ort anbietet. Im äußersten Notfall wird eine Inobhutnahme in die Wege geleitet. Im vergangen Jahr ist die Anzahl der Prüfverfahren im Märkischen Kreis auf 387 (von 433 in 2016) gesunken. Allerdings ist seit 2014 (255 Prüfverfahren) ein signifikanter Anstieg zu verzeichnen, was laut Heinzer auch an einer „größeren Sensibilisierung der Gesellschaft für das Thema Kinderschutz“ liegt. Das macht die Arbeit der Kinderschutzfachkräfte noch wichtiger. Die meisten Meldungen betreffen Vernachlässigung von Kindern, gefolgt von psychischer Misshandlung.

Zuletzt aktualisiert am: 18.10.2018