Quartiersnahe Unterstützung in der Pflege

Themenfrühstück des Kreises

Die Vertreter der Pflegeeinrichtungen diskutierten angeregt das Thema des Pflegefrühstücks des Märkischen Kreises. Foto Bernd Grundwald/Märkischr Kreis
Die Vertreter der Pflegeeinrichtungen diskutierten angeregt das Thema des Pflegefrühstücks des Märkischen Kreises. Foto Bernd Grundwald/Märkischr Kreis

Pressemeldung vom 19.11.2018

„Sollten sich Pflegeeinrichtungen an der Unterstützung der älteren Menschen in ihrem Stadtteil beteiligen – und wenn ja: wie kann das gehen?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des neunten Themenfrühstücks des Märkischen Kreises im Haus Nordhelle. Eingeladen hatte der Fachdienst Pflege der Kreisverwaltung. Aus der Praxis berichtete Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Städtischen Seniorenheime Krefeld gGmbH, wie sich die städtischen Pflegeeinrichtungen in den vergangenen Jahren zunehmend den Bewohnern im Stadtteil geöffnet hätten. Grund dafür war die Nachfrage der Bewohner aus dem Quartier, die sich Unterstützung im Alltag wie auch ambulante Pflegeleistungen wünschten. Dafür waren im Vorfeld umfassende Verhandlungen mit der zuständigen Pflegekasse erforderlich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: im Stadtteil Krefeld-Linn erhalten zurzeit an die 75 Seniorinnen und Senioren Unterstützung durch die Pflegeeinrichtung, in anderen Stadtteilen sind es aktuell etwa 30 bis 50 ältere Menschen. Für das Personal bedeute dies zwar ein Umdenken, denn „irgendwann im Berufsleben hat man sich entweder für den stationären Bereich oder für die ambulante Pflege entschieden“, so Schmidt. Durch das neue Konzept werde es für die Beschäftigten aber auch möglich, einmal aus der Pflegeeinrichtung herauszukommen und zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Hilfesuchenden aufzusuchen. „Das ist für manche eine willkommene Abwechslung“, so Schmidt. Die Bewohner im Stadtteil schätzen die persönlichen Beziehungen zu den Hilfs- und Pflegekräften. Auf der Kostenseite fällt die Bilanz ebenfalls positiv aus, wusste der Referent zu berichten.


Die anschließende Diskussion zeigte, dass mit dem Thema der Veranstaltung ein Nerv  getroffen wurde. Viele Pflegeanbieter zeigten sich interessiert. Bei der Frage, ob ein solches Versorgungsmodell im Märkischen Kreis bereits besteht oder konkret angedacht wird, verwies Stefan Egger vom Team Gesundheits- und Pflegeplanung des Kreises auf die notwendigen Planungsprozesse, die mit dem Aufbau eines solchen Modellprojektes üblicherweise einhergehen. Interessierte Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste können sich mit ihren Überlegungen an die Gesundheits- und Pflegeplanung des Kreises wenden. Die Adresse lautet pflegeplanung@maerkischer-kreis.de.

Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Städtischen Seniorenheime Krefeld gGmbH, stellte vor, wie sich Pflegeheime öffnen können. Foto: Bernd Grundwald/Märkischer Kreis
Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Städtischen Seniorenheime Krefeld gGmbH, stellte vor, wie sich Pflegeheime öffnen können. Foto: Bernd Grundwald/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 19.11.2018