Neue Ergebnisse in der AIDS-Forschung

Die AIDS-Beratung des Märkischen Kreises berät kostenlos und anonym zu allen Fragen rund um HIV (Symbolfoto). Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis.
Die AIDS-Beratung des Märkischen Kreises berät kostenlos und anonym zu allen Fragen rund um HIV (Symbolfoto). Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis.

Pressemeldung vom 29.11.2018
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Weltweit leben etwa 36,9 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. Im Märkischen Kreis, schätzt die AIDS-Beratung, sind ungefähr 300 bis 400 Menschen betroffen. Eine wirksame HIV-Therapie vermindert die Anzahl der Viren im Körper so umfangreich, dass die Viren nicht mehr messbar sind. Ist das der Fall, kann HIV auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragen werden. Dieses Ergebnis der AIDS-Konferenz fassen die Wissenschaftler mit den Worten "Nicht messbar = Nicht übertragbar! (N=N)" zusammen.
"Mit HIV zu leben ist heute etwas ganz Anderes als vor 20 Jahren" berichtet Rudolf Mann, AIDS- Koordinator im Fachbereich Gesundheit und Soziales des Kreises. "Wir hoffen, dass die Verbreitung der Botschaft "N = N" Menschen ermutigt, sich beraten und gegebenenfalls testen zu lassen. Denn nur wer von der Infektion weiß, kann auch von den Vorteilen der Behandlung profitieren.“ Menschen mit HIV können dank Behandlungserfolgen relativ beschwerdefrei leben und erreichen ein nahezu gleiches Lebensalter wie Menschen ohne Infektion. Sie können an der Gesellschaft teilhaben, arbeiten, ihre Sexualität ohne Angst leben und auf natürlichem Weg Eltern werden.
Es ist aber auch eine wichtige Botschaft für die Öffentlichkeit: Viele Menschen wissen, dass HIV im Alltag und am Arbeitsplatz nicht übertragbar ist, aber verspüren dennoch Unsicherheiten im konkreten Umgang mit infizierten Menschen. Neuere Entwicklungen wie die Nicht-Übertragbarkeit unter wirksamer Therapie sind wenigen bekannt. Die AIDS-Beratung des Märkischen Kreises bietet daher auch Beratung für Familienmitglieder, den Freundeskreis, Personal im Gesundheitswesen oder Vorgesetzte an. „Bei uns sind alle willkommen, die Fragen rund um das Virus haben", erzählt Rudolf Mann.
Der Welt-AIDS-Tag findet seit 1988 jährlich am 1. Dezember statt, um Menschen für das Thema zu sensibilisieren und aufzuklären. Die Bedeutung zeigt sich daran, dass ein Drittel der Neudiagnosen in Nordrhein-Westfalen im letzten Jahr Spätdiagnosen waren – ein schwerer Immundefekt oder eine AIDS-definierende Erkrankung ist dann bereits aufgetreten. Nach Schätzungen des Robert Koch-Institutes lebten Ende 2017 in Nordrhein-Westfalen schätzungsweise 18.600 Menschen mit HIV. Etwa 15.200 nahmen eine antiretrovirale Therapie ein. Etwa 2.400 wussten nicht, dass sie mit dem Virus infiziert sind.
Die AIDS-Beratung im Gesundheitsamt des Märkischen Kreises berät anonym, kostenlos und vertraulich zu allen Fragen rund um HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Sie bieten auch kostenlose und anonyme HIV- Tests an. Die AIDS-Beratung ist telefonisch unter 02351-966 6666 oder per E-Mail r.mann@maerkischer-kreis.de zu erreichen.

Zuletzt aktualisiert am: 29.11.2018