12,7 Millionen Euro für mehr Kita-Plätze

Einstimmiges Votum des Jugendhilfeausschusses

Die U3-Betreuung in den Kitas soll in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Die U3-Betreuung in den Kitas soll in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 08.03.2019
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Mit bis zu 12,7 Millionen Euro will der Märkische Kreis in den kommenden fünf Jahren die Schaffung von weiteren 423 Kita-Plätzen für unter Dreijährige bezuschussen. Den entsprechenden Beschluss fassten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig. Dies bedeutet eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 30.000 Euro pro Kita-Platz. Die Ausbauquote im U3-Bereich würde bei der Umsetzung aller Vorhaben von 26,2 auf 30,9 Prozent steigen.


Nach aktuellem Stand, so die Verwaltung, könne man von zwölf Vorhaben in sieben der acht Städte und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich des Kreises ausgehen. Zusätzliche Plätze soll es in neun Kindertagesstätten und drei Großtagespflegestellen geben. Unter Großtagespflege versteht man in der Regel die gemeinsame Betreuung von mehr als fünf Kindern durch zwei oder mehr Kindertagespflegepersonen. Bereits ab dem Jahr 2020 könnten so zusätzlich 149 U3-Plätze und 163 für über Dreijährige geschaffen werden. Bei den meisten Vorhaben handele es sich um Investorenmodelle, so die Verwaltung. Die Notwendigkeit des zügigen Ausbaus von Kindertagespflegeplätzen werde von der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern aller acht Städte und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich des Kreises gesehen.


Für das Kindergartenjahr 2019/2020 plant der Kreis mit 3.318 Kita-Plätzen in Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade und Schalksmühle. Für die U3-Betreuung stehen 600 Plätze bereit – für die Drei- bis Sechsjährigen 2.718. Die Versorgungsquote steigt damit von 19,1 Prozent auf 27,8 Prozent.


Zweites zentrales Thema war der Vortrag der Beratungsstelle „Wegweiser“. In Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt betreiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit Juni 2018 Präventionsarbeit für die Region Hagen, Märkischer Kreis, Ennepe-Ruhr-Kreis gegen gewaltbereiten Salafismus. Aufgabe der Beratungsstelle sei die Aufklärung, Vermittlung zu Netzwerkpartner sowie die Verhinderung des Einstiegs in die Szene. 37 Beratungen hätten seit Juni vergangenen Jahres stattgefunden. Es gebe sieben Klienten, zwei davon im Märkischen Kreis. Die Salafisten-Szene, so erfuhren die Ausschussmitglieder, sei sehr dynamisch und aktiv. Gewaltbereiter Salafismus sei nicht nur ein Problem in Großstädten. Er sei auch in ländlichen Regionen zu finden und in allen Bildungsschichten. Es gebe auch jeweils eine Szene in Iserlohn, Menden und Lüdenscheid.

Zuletzt aktualisiert am: 08.03.2019