Erfolgreicher Naturschutz im Märkischen Kreis

Die blühende Wiese ist ein Ergebnis des Vertragsnaturschutzes auf den Flächen von Landwirt Henning Wolf (2.v.r.). Klaus Kraatz, Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, Matthias Hattwig und Klaus Schäckermann (v.l.n.r.) vom Märkischen Kreis statten der Wiese einen Besuch ab. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Die blühende Wiese ist ein Ergebnis des Vertragsnaturschutzes auf den Flächen von Landwirt Henning Wolf (2.v.r.). Klaus Kraatz, Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper, Matthias Hattwig und Klaus Schäckermann (v.l.n.r.) vom Märkischen Kreis statten der Wiese einen Besuch ab. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 12.06.2019
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Der Naturschutz im Märkischen Kreis geht voran. Landwirt Henning Wolf aus Halver ist schon länger dabei. Seine Wiesen im Hälvertal sind im Rahmen des Vertragsnaturschutzes im Kreis ein weiterer Baustein zum Erhalt der heimischen Kulturlandschaft. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und ihre Mitarbeiter von der Untere Naturschutzbehörde besuchten den Landwirt jetzt auf einer dieser Flächen. Matthias Hattwig, Sachgebietsleiter Naturschutz und Landschaftspflege, berichtet, was sich hinter dem Begriff „Kreiskulturlandschaftsprogramm“ versteckt: „Mit dem Programm unterstützen wir Landwirte dabei unsere regionale Landschaft zu bewahren. Damit die Bauern dennoch wirtschaftlich arbeiten können, fördern wir ihre Anstrengungen für den Naturschutz finanziell.“


Kreisdirektorin Dienstel-Kümper liegt das Thema am Herzen: „Es wird viel gedüngt und oft gemäht. Wilde Blühpflanzen haben da gar keine Chance zu wachsen. Genau das ist aber so wichtig für unsere Natur!“ Die Landwirte verpflichten sich als Partner des Kreises freiwillig, die Wiesen und Weiden nicht zu düngen oder Pflanzenschutzmittel einzusetzen. Mähen ist erst ab Mitte Juni erlaubt. Außerdem dürfen auf einem Hektar Weide - das entspricht ungefähr der Fläche von zwei Fußballfeldern - beispielsweise nur drei Rinder gehalten werden. Einige Tiere gesellten sich beim Besuch auch glatt zu den zweibeinigen Gästen.


So bleiben diese Flächen, wie die von Landwirt Henning Wolf, ein Lebensraum für eine Vielzahl gefährdeter Tier- und Pflanzenarten und sind ein direkter Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Die blütenreichen Wiesen und Weiden sind wichtige und unersetzbare Nahrungsgrundlage für viele Insektenarten - darunter auch die heimischen Wildbienen. Klaus Kraatz, der auch bei der Unteren Naturschutzbehörde arbeitet, schätzt, dass sich bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten auf einer Wiese finden lassen. Bei konventioneller Landwirtschaft findet man „wohl nur unter zehn Arten“.
Das Kulturlandschaftsprogramm des Märkischen Kreises ist ein Erfolgsmodell des Naturschutzes. Die heimischen Landwirte bewirtschaften im Kreisgebiet darüber derzeit mehr als 1.400 Hektar ökologisch wertvolles Grünland. Insgesamt gibt es etwa 22.000 Hektar Grünland im Kreisgebiet. Henning Wolf bewirtschaftet bereits mehr als 25 Wiesen und Weiden in diesem nachhaltigen Programm.


Für die extensive Flächenbewirtschaftung im Rahmen des Kreiskulturlandschaftsprogramms erhalten die Landwirte eine jährliche Vergütung. Deren Höhe wird vom Land Nordrhein-Westfalen festgelegt und beträgt meist zwischen 400 und 685 Euro pro Hektar und Jahr. Die Finanzmittel für den Vertragsnaturschutz werden von der Europäischen Union, dem Land und den Kreisen aufgebracht. Seit der Kreis 1993 das Programm auf den Weg gebracht hat, wurden rund sechs Millionen Euro an Fördergeldern investiert. Derzeit nehmen etwa 180 Landwirte daran teil.


Die Abwicklung sieht so aus, dass der Landwirt zunächst einen entsprechenden Förderantrag bei der Kreisverwaltung einreicht. Bei der Antragstellung ist ihm die Untere Naturschutzbehörde behilflich. Die Vertragsnaturschutzförderung wird jeweils für einen Zeitraum von fünf Jahren bewilligt. Interessierte Landwirte sollten sich auf jeden Fall noch in diesem Jahr beim Märkischen Kreis melden, da die aktuelle EU-Förderperiode nächstes Jahr ausläuft. Die vorgegebene Antragsfrist endet am 30. Juni.


Ansprechpartner bei der Unteren Naturschutzbehörde sind Klaus Kraatz, Telefon 02351/966-6368, und Klaus Peter Schäckermann, Telefon 02351/966-6367. Es kann auch eine E-Mail an landschaft@maerkischer-kreis.de geschickt werden.

Gelegenheit mal einen genauen Blick auf die Vielfalt der Blühpflanzen zu werfen: Auf Flächen des Vertragsnaturschutzes finden sich bis zu 60 verschiedene Arten. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Gelegenheit mal einen genauen Blick auf die Vielfalt der Blühpflanzen zu werfen: Auf Flächen des Vertragsnaturschutzes finden sich bis zu 60 verschiedene Arten. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Vor Ort gesellten sich dann auch noch vierbeinige Gäste dazu. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Vor Ort gesellten sich dann auch noch vierbeinige Gäste dazu. Foto: Mathis Schneider/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 12.06.2019