Kreis fördert Saatgut für Blühstreifen in der Landwirtschaft

Landrat Thomas Gemke besuchte einen Blühstreifen in Halver. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Landrat Thomas Gemke besuchte einen Blühstreifen in Halver. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 31.07.2019
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Landwirte aus Halver und Kierspe haben sich dieses Jahr zusammengetan und insgesamt zweieinhalb Kilometer Blühstreifen gesät – mehr als doppelt so viel wie letztes Jahr! Der Märkische Kreis unterstützt die Aktion aus ihrem Topf für ökologische Ersatzmaßnahmen. Dass das Geld für das insektenfreundliche Saatgut gut angelegt ist, davon überzeugten sich Landrat Thomas und Matthias Hattwig, Sachgebietsleiter Naturschutz und Landschaftspflege des Märkischen Kreises, bei einem Ortstermin Auf der Mark in Halver. Die Fläche gehört Andrea Mues-Brocksieper und ihrem Mann und wird in Nachbarschaftshilfe von Volker Schmidt und Frank Becklönne bewirtschaftet.
„Ich finde es toll, dass immer mehr Landwirte bereit sind, Flächen für Wildblumen zur Verfügung zu stellen“, sagte Landrat Thomas Gemke. Im Vergleich zum letzten Jahr haben sich kreisweit die Anträge beim Märkischen Kreis schon mehr als verdoppelt. „Im letzten Jahr hat unser Ortsverband in Halver eine Vorreiterrolle bei der Anlage von Blühstreifen gespielt, jetzt sehen wir sie überall im Märkischen Kreis“, freut sich Thomas Wiethege, landwirtschaftlicher Ortsverbandsvorsteher in Halver. Allerdings nicht in dem Ausmaß wie in Halver und Kierspe. Für die zweieinhalb Kilometer Blühstreifen wurden 25 Kilo Saatgut zum Preis von rund 1200 Euro angeschafft. Die Arbeitskosten für die Aussaat tragen die Landwirte. „Dafür brauchen wir spezielle Maschinen“, macht Schmidt deutlich. „Aber es ist schon erstaunlich, welche Blütenpracht aus einem Gramm pro Quadratmeter entsteht“, streicht Wiethege den Ertrag der speziellen Wildblumenmischung heraus.
Wildblumen bilden einen Gegenpol zu landwirtschaftlichen Monokulturen wie beispielsweise Mais. Sie sind nicht nur eine Freude fürs Auge sondern eine ideale Nahrungsquelle für Insekten. Ohne Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten werden Pflanzen nicht mehr bestäubt. Ernteausfälle sind die Folge. Vögeln und anderen Tieren werden die Nahrungsgrundlagen entzogen, die Ökologie gerät aus dem Gleichgewicht.
„Die Anlage der Blühstreifen darf nur auf landwirtschaftlich bewirtschafteten Ackerflächen erfolgen und darf nicht mehr als 20 Prozent betragen“, erklärt Hattwig die Finanzierungsvoraussetzungen. Anders als bei früheren Förderprogrammen verlieren die Blüh- und Schonflächen dadurch nicht ihren Status als Ackerland und müssen daher auch nicht mehr aus dem Flächenverzeichnis rausgerechnet werden. Eine Mitteilung an die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer reicht.
Da noch nicht alle Landwirte ihren Anspruch beim Märkischen Kreis geltend gemacht haben, kann Matthias Hattwig von der Unteren Naturschutzbehörde noch nicht abschließend beziffern, wie viel Geld dieses Jahr aus den Mitteln für ökologische Ersatzmaßnahmen im Rahmen des Blühstreifenprogramms kreisweit ausgegeben werden. Landwirte, die im nächsten Jahr dabei sein wollen, können sich aber zur besseren Planung schon jetzt beim Märkischen Kreis unter Telefon 02351/966-6367 oder per E-Mail: landschaft@maerkischer-kreis.de melden.

Der Märkische Kreis unterstützt die Aussaat von Wildblumen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Der Märkische Kreis unterstützt die Aussaat von Wildblumen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind Wildblumen eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind Wildblumen eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 31.07.2019