Heimspiel für MJO-Musiker

Leonie Wüstkamp (Mitte) ist zum sechsten Mal beim MJO dabei. Über die Jahre wurde das Orchester zu einer Familie für sie. Foto: Lia Springer/Märkischer Kreis
Leonie Wüstkamp (Mitte) ist zum sechsten Mal beim MJO dabei. Über die Jahre wurde das Orchester zu einer Familie für sie. Foto: Lia Springer/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 10.09.2019
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Als das MJO vor 30 Jahren gegründet wurde, waren die meisten jungen Musiker noch nicht geboren. Doch das Konzept hat sich über die Jahrzehnte bewährt. Das 30-jährige Jubiläum wird nun mit einem offiziellen Festkonzert im Iserlohner Parktheater gefeiert. Titel: Skandalös brilliant. Landrat Thomas Gemke, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Pro MJO, freut sich bereits auf das Festkonzert: „Es ist toll miterleben zu dürfen, wie junge Leute so begeistert Musik machen. Hoffentlich auch noch in den nächsten 30 Jahren.“ Nach begeisternden Auftritten in Lüdenscheid, Herscheid und Solingen endet damit auch die Spielzeit des Orchesters. Für zehr Musiker des 80-köpfigen Orchesters wird es zum Abschluss ein Heimspiel: So auch für Leonie Wüstkamp aus Iserlohn. Für die 17-jährige Hornspielerin ist es bereits das sechste Jahr beim MJO. Mittlerweile sei es „eine zweite Familie“, obwohl man sich nur zweimal im Jahr sehe. Das gemeinsame Ziel, ein Konzert auf die Beine zu stellen, schweißt zusammen. Für Leonie stehen „Gemeinschaft und Spaß im Vordergrund“.


Eröffnet wird der musikalische Nachmittag um 16 Uhr mit Stücken von Strauß und Puccini. Geleitet wird das Orchester von Thomas Grote. Den Höhepunkt bildet „Le Sacre du Printemps“ (Das Frühlingsopfer) von Igor Strawinsky, tänzerisch begleitet vom Ballettstudio Siebentanz aus Solingen. Das Stück löste bei seiner Uraufführung einen Tumult aus und ist heute eins der beliebtesten Orchesterstücke, beschreibt es Felix Kriewald, der gemeinsam mit der Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper durch das Programm führen wird. Die Choreografie zur Musik hat sich Michaela Niederhagen, die Leiterin der Ballettschule, selbst ausgedacht. Ihre moderne Adaption des Frühlingsopfers bezieht sich auf Mobbing und soziale Netzwerke. Mit Tänzerinnen zwischen 13 und 19 Jahren führen sie im zeitgenössischen Stil die Auswirkungen vor. „Das Ende des Stückes ist hart und psychisch brutal“, greift Niederhagen vor.
Leonie freut sich, dass sie mit dem MJO die Gelegenheit haben, das erste Mal im Parktheater zu spielen: „Le Sacre du Printemps ist ein brillantes Werk. Das hat so eine große Bühne verdient.“ Und ihre Freunde und Familie müssen diesmal nicht weit fahren, um ihr zuzuhören.
Nach dem offiziellen Programm verspricht Michelle Wolzenburg vom Fachdienst Kultur des Märkischen Kreises wird es noch eine „große Überraschung“ für das Publikum geben. Mehr will sie nicht verraten.


1989 war das Ziel des MJO jugendliche Nachwuchstalente zu organisieren, um anspruchsvolle Orchesterstücke gemeinsam zu realisieren. Unter Trägerschaft des Märkischen Kreises und dem jungen Dirigenten Gerhard Michalski wurde die Idee realisiert. Mit der Zeit wurde das Projekt zum Selbstläufer. Höhepunkt der jüngeren Geschichte ist die 2014 begonnene Partnerschaft mit der Philharmonie Südwestfalen und das erste gemeinsame Konzert in der Siegerlandhalle in Siegen. Für Leonie ist das Jubiläum nicht nur Höhe- sondern zunächst auch Endpunkt: Nach dem Abitur möchte sie nächstes Jahr ins Ausland gehen und daher am Sonntag Abschied nehmen.


Interessierte erhalten Karten an der Abendkasse oder im VVK unter www.parktheater-iserlohn.de und 02371 / 217-1819. Für Erwachsene kostet das Konzert 15 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Das Märkische Jugendsinfonieorchester begeisterte das Lüdenscheider Publikum im Kulturhaus mit ihrem Jubiläumsprogramm "Skandalös brilliant". Am Samstag steigt das große Festkonzert in Iserlohn.Foto: Detlef Krüger/Märkischer Kreis
Das Märkische Jugendsinfonieorchester begeisterte das Lüdenscheider Publikum im Kulturhaus mit ihrem Jubiläumsprogramm "Skandalös brilliant". Am Samstag steigt das große Festkonzert in Iserlohn.Foto: Detlef Krüger/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 10.09.2019