Standing Ovations beim Festkonzert

Das Publikum feierte das MJO und das Ballett Siebenstein beim Festkonzert im Iserlohner Parktheater. Foto: Sebastian Sendlak/Märkischer Kreis
Das Publikum feierte das MJO und das Ballett Siebenstein beim Festkonzert im Iserlohner Parktheater. Foto: Sebastian Sendlak/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 17.09.2019
|

Es war ein ungewöhnlicher Einstieg in ein klassisches Konzert: In einem Flashmob stellten die Musiker des MJO Szenen nach, wie es damals bei der Uraufführung von Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ 1913 in Paris so oder so ähnlich abgelaufen sein könnte. Wie Moderator Felix Kriewald den erstaunten Konzertbesuchern zu berichten wusste, gab es damals bereits im Vorfeld der Aufführung rivalisierende Gruppen. So kam es sofort zu Beginn der Uraufführung zu Kravallen, bei denen sich die Gruppen beschimpften und sich teilweise auch prügelten. So drastisch lief das Ganze im Parktheater nicht ab, aber der ein oder andere Zuschauer hat sich schon gewundert, was da passierte.
Landrat Thomas Gemke konnte die Gäste, darunter auch viele geladene Vertreter aus Politik und Gesellschaft, beruhigen. In seiner Begrüßungsrede erinnerte Gemke an die Anfänge des MJO vor 30 Jahren: „Ausgangspunkt für die Gründung des MJO war sicherlich die damalige Verleihung eines Musik-Stipendiums der Märkischen Kulturkonferenz an den jungen angehenden Dirigenten Gerhard Michalski. Damit der Dirigent ohne eigenes Orchester seiner Verpflichtung nachkommen konnte, im Märkischen Kreis aufzutreten, musste eben eins gegründet werden.“
Man kann nur staunen was daraus in den letzten 30 Jahren geworden: Bis zu 90 Musiker standen schon mal nach einer gemeinsamen Probenphase auf der Bühne. Insgesamt haben in den letzten 30 Jahren haben über 1000 Musiker beim MJO mitgespielt und an die 100 Dozenten unterstützten die jeweilige künstlerische Leitung. Im Lauf der Zeit hat sich das Orchester dabei nicht nur musikalisch, sondern auch zwischenmenschlich „entwickelt“. So hat zum Beispiel Chefdirigent Thomas Grote seine Frau beim MJO kennengelernt, und er ist nicht der einzige. Viele Beziehungen und Freundschaften sind dabei entstanden. Auch haben einige Musiker „die Seiten gewechselt“ und sind heute fester Bestandteil des Dozenten- oder sogar Dirigenten-teams. So wird Thomas Grote beispielsweise vom jungen Dirigenten Tim Hüttemeister unterstützt, der früher als Posaunist im MJO mitgespielt hat.
Über die Jahre hin hat das MJO immer mal wieder besondere Projekte durchgeführt und hat an besonderen Orten musiziert. Dazu gehörten Probephasen in den Partnerkreisen des Märkischen Kreises im walisischen Wrexham, dem polnischen Ratibor und im Landkreis Elbe-Elster. Beliebt sind immer wieder die Arbeitsphasen im schönen Schullandheim des Märkischen Kreises Norderney. Im Jahr 2000 war das MJO zu einer Probephase in England und ist – zusammen mit anderen Jugendorchestern – in der Royal Albert Hall in London aufgetreten. Etwas Besonderes für alle Beteiligten und Zuschauer war die Zusammenarbeit des MJO mit bekannten Künstlern, wie z.B. verschiedene Solisten oder im Jahr 2016 mit Kathy Kelly von der Kelly-Familie und den RTL Allstars.
Auch Tanzgruppen haben das MJO in der Vergangenheit bereits begleitet. In diesem Jahr interpretierte die Solinger Ballettcompagnie „Siebentanz“ unter der Leitung von Michaela Niederhagen das nicht einfach zugängliche Musikstück „Le Sacre du Printemps“ von Igor Stravinsky zeitgenössisch neu und verknüpfte es mit dem Thema Mobbing. Es war der unbestrittene Höhepunkt der Festveranstaltung und es gab schon vor der Pause Standing Ovations. Nach Stravinsky‘s Sacre und ebenfalls sehr anspruchsvollen „Capriccio sinfonico“ von Giacomo Puccini, ging es im zweiten Teil des Konzerts etwas lockerer zu. Dirigent Thomas Grote eröffnete mit heiteren Walzerklängen aus der Overtüre „Eine Nacht in Venedig“ von Johann Strauß Overtüre. Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper übernahm die Moderation und bat zehn ehemalige MJO-Spieler, sich in das Orchester einzureihen. Johanna Risse, ebenfalls ehemalige Geigerin beim MJO übernahm den Gesangspart. Gespielt wurden unter anderem Stücke wie „Lover come back ot me“, „Over the Rainbow“ oder „In the Mood“. Als Zugabe gab das MJO „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach zudem das Ballett einen mitreißenden Cancan tanzte.

Beschwingt brachte das MJO das Publikum mit Walzerklängen in Geburtstagsstimmung. Foto Sebastian Sendlak/Märkischer Kreis
Beschwingt brachte das MJO das Publikum mit Walzerklängen in Geburtstagsstimmung. Foto Sebastian Sendlak/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 17.09.2019