Bilanz der Betreuungsstelle Märkischer Kreis

Nicole Paul, Fachdienstleiter Lothar Buddinger und Petra Platt ziehen Bilanz zu Arbeit der Betreuungsstelle, Foto: U. Erkens/Märkischer Kreis
Nicole Paul, Fachdienstleiter Lothar Buddinger und Petra Platt ziehen Bilanz zu Arbeit der Betreuungsstelle, Foto: U. Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 13.02.2017
| Krankheit, Unfall, Alter oder eine psychische Krise bergen das Risiko, dass Menschen ihre Angelegenheiten nicht mehr selbständig regeln zu können. In dieser Situation darf eine andere Person für den Betroffenen nur dann rechtsverbindliche Entscheidungen treffen, wenn sie eine Vollmacht vorlegt oder als Betreuer bestellt ist. Auch in einer Ehe kann der Partner nicht automatisch die Entscheidungen für den Anderen treffen.
"Die beste Entscheidung ist es, selbst frühzeitig eine Vertrauensperson anzusprechen und ihr eine Vollmacht zu erteilen", sagt Lothar Buddinger, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes und der Betreuungsstelle Märkischer Kreis. „Mit Angehörigen oder Freunden als Bevollmächtigte kann ich ganz genau besprechen, wie ich im Hilfeleistungsfall meine Bank- und Versicherungsgeschäfte geregelt haben möchte oder wie eine eventuelle Pflege organisiert werden soll", ergänzt Nicole Paul, seit Oktober 2016 bei der Betreuungsstelle des Märkischen Kreis und zuständig für die Stadt Lüdenscheid. Außer für die Stadt Iserlohn, die die Aufgabe in Eigenregie wahrnimmt, bietet die Betreuungsstelle des Märkischen Kreises Rat und Hilfe bei der Ausstellung von Vorsorgevollmachten. Auch eine Beglaubigung der Vorsorgevollmacht ist hier möglich.761 Personen konnte sie im letzten Jahr weiterhelfen. Als eine erste Orientierungshilfe können Interessiert die Schriften des Justizministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen nutzen. Unter www.justiz.nrw.de ist auch eine Mustervorlage hinterlegt. Wenn es allerdings um die Verwaltung größerer Vermögen und Immobilien geht, sollte ein Notar bei der Bevollmächtigung eingeschaltet werden.

Die Betreuungsstelle ist auch eingebunden, wenn das Amtsgerichtet darüber entscheidet, ob die Einsetzung eines rechtlichen Betreuers sinnvoll ist. Voraussetzung hierfür ist eine Erkrankung und ein konkreter Handlungsbedarf. Für einen Menschen mit körperlicher Behinderung darf eine Betreuung, solange er seinen eigenen Willen noch bekunden kann, nur auf dessen eigenen Antrag gestellt werden. Hilfestellung hierzu geben die Allgemeinen Sozialen Dienste, die örtlichen Betreuungsbehörden, Betreuungsvereine sowie fachkundige Rechtsanwälte.

Die Betreuungsstelle hat dem Gericht einen qualifizierten Bericht zur persönlichen, gesundheitlichen und sozialen Situation des Betroffenen vorzulegen. "Dabei klären wir möglichst gemeinsam mit dem Betroffenen, was er selbstständig erledigen kann und bei welchen Angelegenheiten er Unterstützung braucht", erklärt Petra Platt. Insgesamt 1705 dieser Betreuungsverfahren begleitete die Betreuungsstelle im vergangenen Jahr. 2015 waren es 1821 und im Jahr davor 1560 Fälle. Die Betreuungsstelle berät das Gericht auch bei der Auswahl eines geeigneten Betreuers. Bei mehr als die Hälfte der betreuten Personen übernehmen Familienangehörige diese Aufgabe ehrenamtlich. Wenn dies nicht geht, sind die Betreuungsvereine und die selbstständigen Berufsbetreuer gefragt. Ihre Tätigkeit wird vom Gericht überwacht. Kreisweit standen im Jahr 2016 nach den Zahlen der zuständigen Amtsgerichte insgesamt 5715 Personen unter rechtlicher Betreuung.

Zuletzt aktualisiert am: 13.02.2017