"Migrationsgeschichte und Biografiearbeit in der Elternbildung" - Elternbildung des Kommunalen Integrationszentrums im Märkischen Kreis

Elternbildung des Kommunalen Integrationszentrums im Märkischen Kreis

Schulung der Elternbegleiter in Lüdenscheid, Foto: Segvi Sarikaya/Märkischer Kreis
Schulung der Elternbegleiter in Lüdenscheid, Foto: Segvi Sarikaya/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 27.02.2017
Das Thema "Migrationsgeschichte und Biografiearbeit in der Elternbildung" stand diesmal auf der Tagesordnung bei den Regionaltreffen der 25 mehrsprachigen Elternbegleiterinnen in Werdohl, Lüdenscheid und Iserlohn. Das Kommunale Integrationszentrum begleitet und betreut die Elternbegleiterinnen durch regelmäßiges Coaching und Qualifizierung. Ziel ist es, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen aus zugewanderten Familien zu verbessern und dabei frühzeitig, möglichst bereits im Vorschulalter die Eltern miteinzubezie-hen. Dafür bieten die Elternbegleiter im Rahmen der Landesprogramme „Griffbereit“ und "Rucksack" wöchentlich Gruppenarbeit im an.

Ein spezieller Ansatz in der Erwachsenenbildung beschäftigt sich mit Lebensgeschichten. Die Aufarbeitung von Biografien ist in diesem Zusammenhang nicht als Therapie zu verstehen, sondern dient der eigenen Standortbestimmung. Diese ist bei der Identität von Zuwanderern von besonderer Bedeutung. "Wo ist meine Heimat? Wo fühle ich mich zuhause?" sind ganz wesentliche Fragen, die nicht wenige Migrantinnen und Migranten beschäftigen und nicht zuletzt Auswirkungen auf das Erziehungsverhalten und die Erziehungsinhalte haben.
Die biografische Methode in der Elternbildung mit den Elternbegleiterinnen geht davon aus, dass jeder Mensch vom Schicksal seiner Eltern und Großeltern und seines direkten sozialen Umfelds geprägt wird. Als Nachkommen ehemaliger Arbeitsmigranten leben viele in der zweiten, dritten oder gar vierten Generation und sehen sich in der Rolle als Schlüsselperson, die zwischen den Kulturen vermittelt. Hier kommt es darauf an, diversitätsbewusste Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entfalten sie die eigene Persönlichkeit und das Weltverständnis und geben dies an ihre Familien weiter.

Jede Geschichte ist individuell geprägt und die Elternbegleiterin muss ihre eigene Lebens- Migrationsgeschichte ansatzweise kennen, um sie verstehen zu können. Damit verbunden ist eine Auseinandersetzung einerseits mit den Ereignissen hier und im Land ihrer Eltern und Großeltern auf der anderen Seite. Die eigene Geschichte ist damit auch Ausdruck des individuellen Migrations- und Integrationsprozesses. Ganz entscheidend: nur mit einer stabilen Identität können die Gestaltungsmöglichkeit des Lebens in ihrer Stadt, im Stadtviertel, in der Gemeinde in die Hand genommen werden. Es geht darum, den Heimatort ganz konkret zu definieren und anzukommen in diesem Ort im Märkischen Kreis.

Monatliche Termine finden in den Regionalgruppen Werdohl, Lüdenscheid und Iserlohn statt. Mehr Informationen über die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums sind unter der Web-Adresse www.integration-mk.de zu finden.

Schulung der Elternbegleiter in Iserlohn, Foto Segvi Sarikaya/Märkischer Kreis
Schulung der Elternbegleiter in Iserlohn, Foto Segvi Sarikaya/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 27.02.2017