Musik als gemeinsame Sprache

Die neuen Musikinstrumente kamen bei der Flüchltingshilfe Werdohl gut an, Foto Erkens/Märkischer Kreis
Die neuen Musikinstrumente kamen bei der Flüchltingshilfe Werdohl gut an, Foto Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 09.03.2017
Nach der Theorie lässt das Kommunale Integrationszentrum des Märkischen Kreises (KI) Taten sprechen: Der Workshop „Kunst und Musik“, der unlängst im städtischen Jugendzentrum am Karnacksweg in Iserlohn stattfand, hat ehrenamtliche Helfer dazu animiert, Musik und künstlerische Gestaltung verstärkt in die Arbeit mit Flüchtlingen zu nutzen. Das KI stattet daher im Rahmen der Landesförderung sieben Flüchtlingseinrichtungen mit Rhythmusinstrumenten und Kunstmaterialien aus. Die ersten Instrumente überreichte Sarah Stausberg, Koordinatorin der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe, der Werdohler Flüchtlingshilfe im Treffpunkt Im Kirchpfad 1. Lothar und Marion Jeßegus, Anne Paulekun, Volker Schmiedel und Ute Zorn packten gleich aus. Musikschullehrerin und Kantorin Marion Jeßegus weiß die Gabe wohl zu schätzen. Nach ihrer Erfahrung fungiert Musik oft als Eisbrecher. „Ob Erwachsene oder Kinder, bei jedem wecken die Rhythmusinstrumente erst mal die Lust am Experimentieren“, sagt sie. Schnell entwickelt sich aus dem reinen Ausprobieren auch ein Dialog der Instrumente. Die Spieler beginnen aufeinander zu hören und aufeinander zu antworten. Dafür braucht es keinerlei Vorkenntnisse. Wichtig ist für die Musikpädagogin, dass die Flüchtlinge, deren Leben in Deutschland oft fremdbestimmt ist, selber aktiv werden, sich über die Musik ausdrücken können und darüber auch Selbstbewusstsein gewinnen. „Vielleicht findet man ja auch unge-ahnte Talente“, ergänzt Sarah Stausberg. Für sie ist das gemeinsame Musizieren aber auch das Malen oder Basteln ein Stück weit kulturelle Teilhabe oder einfach eine gute Möglichkeit unabhängig von den Sprachkenntnissen miteinander in Kontakt zu kommen und gemeinsame Zeit zu verbringen.

Zuletzt aktualisiert am: 09.03.2017