Ausstellung zur Schulgeschichte

Kreisarchiv präsentiert 200 historische Exponate

Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski auf der alten Schulbank. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski auf der alten Schulbank. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 03.05.2017
| „Nicht allein das ABC bringt den Menschen in die Höh“: Mit diesem Zitat von Lehrer Lämpel aus dem vierten Streich von Wilhelm Buschs Max und Moritz lädt das Kreisarchiv des Märkischen Kreises zu seiner nächsten Ausstellung ein. Vom 11. Mai bis zum 31. Juli bekommen alle Besucher während der Öffnungszeiten des Kreishauses an der Bismarckstraße 15 in Altena einen Einblick in den Schulunterricht im Wandel der Zeit.
Der alt-ehrwürdige Ständesaal im ersten Obergeschoss wurde zu einem historischen Klassenzimmer umgebaut. Eine Wandtafel, das Lehrerpult und einige alles andere als bequeme Schulmöbel erinnern an die Zeit, als auch die Züchtigung der Schüler noch an der Tagesordnung war. Die Möbel stellt das Bochumer Schulmuseum für die Zeit der Ausstellung zur Verfügung.

Bunter Blickfang auf allen Fluren sind vor allem die großformatigen Karten, die im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert den Schülerinnen und Schülern den Lehrstoff veranschaulichten. So wird der Ausstellungsbesucher schon im Treppenhaus von der Nibelungensaga empfangen, vom Drachen tötenden Siegfried, der dann Opfer von Hagen von Tronje wurde. Die ältesten erhaltenen Exemplare, allesamt im Besitz des Kreisarchivs, stammen aus der Zeit um 1880. Sie zeigen Märchen, fremde Länder, andersartige Kulturen, geben Einblick in die technische Entwicklung vor der Wende zum 20. Jahrhundert, die Religion, das Handwerk oder das Verkehrswesen.
Etwa 200 Ausstellungsstücke werden an der Bismarckstraße zu sehen sein. Die mit Abstand meisten stammen aus dem eigenen Fundus. Und der ist groß. Um die 2000 Schulwandkarten aus Kaisers Zeiten bis in die 1970er Jahre, viele künstlerisch anspruchsvoll gestaltet, gehören zum Bestand. Darüber hinaus auch viele Schulbücher, die den Zeitraum 1914 bis 1960 abdecken. Ausgestellt sind auch Dokumente, die belegen, dass die körperliche Züchtigung durchaus üblich war im damaligen Unterricht. Aus dem Jahr 1901 ist das Strafbuch der Dahler Schule. Dort wurden die „Züchtigungen“ der Schüler akribisch dokumentiert. Ab sechs Stockhiebe notierte der Lehrer eine „gründliche Züchtigung.“

Eröffnet wird die Ausstellung von Landrat Thomas Gemke am Donnerstag, 11. Mai, um 18 Uhr, im Kreishaus I an der Bismarckstraße 15, in 58762 Altena. Die Einführung übernimmt Dr. Ina Katharina Uphoff von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Geöffnet ist die Schau bis zum 31. Juli zu den üblichen Öffnungszeiten der Verwaltung.

Auf solchen bunden Karten wurde den Schülern damals die Welt erklärt, sagt Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Auf solchen bunden Karten wurde den Schülern damals die Welt erklärt, sagt Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 03.05.2017