Gesundheitsversorgung zunehmend digital

Langzeitarbeitslosigkeit wird Thema im Ausschuss

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt zu. Apps überwachen die eigenen Vitalfunktionen. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt zu. Apps überwachen die eigenen Vitalfunktionen. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 02.06.2017
| 41 Handlungsempfehlungen stehen im Sozialbericht mit dem Schwerpunkt Armut der Stadt Iserlohn. Auszüge aus dem mit externer Unterstützung sowie politischer und fachlicher Begleitung erstellten, 86 Seiten umfassenden Bericht stellte die zuständige Bereichsleiterin Soziales der Stadt Iserlohn, Sabine Loosen, in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales des Kreises vor. Wie aus dem 2014 veröffentlichten Bericht hervorgeht, betrug der Anteil der Menschen in Iserlohn, deren Lebensunterhalt über SGB II gesichert wird, 12,4 Prozent an der Bevölkerung unter 65 Jahren insgesamt. Generell gelte, dass Kinder und Jugendliche in deutlich höherem Maße von Armut betroffen seien als erwerbsfähige oder ältere Menschen. Die Sozialpolitiker des Kreises regten als Ergebnis aus dem Vortrag an, das Thema Langzeitarbeitslosigkeit mit all seinen Facetten in einer der nächsten Sitzungen zu diskutieren.
Einen Einblick in die digitale Gesundheitsversorgung in Ostwestfalen-Lippe gab Uwe Borchers vom Zentrum für Innovative in der Gesundheitswirtschaft. Er stellte den Stellenwert der Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft mit ihren vielen tausend Arbeitsplätzen heraus und gab erwähnte zum Teil visionäre Pläne für eine digitale Welt in der Pflege, der medizinischen Versorgung auf dem Land sowie webbasierte technische Innovationen. Wie Borchers prophezeite, werde die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung zunehmen. Es stelle sich also nicht die Frage, ob sie komme, sondern, wie sie gestaltet werden.
Zur Kenntnis nahmen die Ausschussmitglieder den Wunsch der Suchtberatungsstellen auf Erhöhung der Fördersumme. Die Beratung und Entscheidung soll im Rahmen der Haushaltsplanberatungen für den Etat 2018 erfolgen. Die Verwaltung legte in der Sitzung auf Bitten der Politik einen Bericht über die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabegesetzes in den Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises vor. Danach hat sich die Anzahl der gestellten Anträge nach SGB II in den vergangenen Jahren reduziert – und zwar von 9.466 im Jahr 2014 als Spitzenwert auf 8.144 im vergangenen Jahr. Für den Leistungsbereich SGB XII Hilfe zum Lebensunterhalt wurde ein Rückgang von 204 Anträgen auf 143 in den vergangenen drei Jahren aktenkundig. Die Einführung einer „Bildungskarte“ (Chipsystem), wie sie in anderen Kommunen im Einsatz ist, wurde vom Kreis bereits 2015 geprüft und verworfen. Die jährlichen Kosten würden sich auf mindestens 45.000 Euro belaufen. Zudem müssten auch das Jobcenter und die beteiligten kreisangehörigen Städte und Gemeinden das System einführen.

Zuletzt aktualisiert am: 02.06.2017