KOMM-AN-NRW im Märkischen Kreis – eine Zwischenbilanz

Pressemeldung vom 07.06.2017
Das Landesprogramm KOMM-AN-NRW geht in die zweite Runde. Für 2016 und 2017 hatte das Land finanzielle und personelle Unterstützung für die Flüchtlingsarbeit im Märkischen Kreis zugesagt. 150.000 Euro konnte der Märkische Kreis im vergangenen Jahr an Landesmitteln an seine kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie an die Flüchtlingsinitiativen vor Ort weiterleiten. „Das Geld ist gut angekommen und wirksam eingesetzt worden“, so Bernd Grunwald vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises. Das Integrationszentrum verwaltet die Gelder und konnte in beiden Jahren das Kreisgebiet nahezu komplett abdecken.
Durch die Landesmittel sind in fast allen Städten und Gemeinden Ankommenstreffpunkte entstanden, wie beispielsweise das „Move“ in Halver oder der „Westfälische Hof“ in Schalksmühle. Die Mittel werden auch dafür verwendet, um Angebote in diesen Treffpunkten zu realisieren. Landrat Thomas Gemke erhielt kürzlich aus den Händen der Regierungspräsidentin Diana Ewert einen Bescheid über gut 172.000 Euro. Auch diese Summe wird mit 26 Initiativen in den Kommunen für die Flüchtlingshilfe eingesetzt.
Seit August stehen dem Kommunalen Integrationszentrum Märkischer Kreis zwei Fachkräfte eigens für diese Aufgabe zur Verfügung - Pinelopi Kouloukourgiotou und Sarah Stausberg. „Durch die Kontakte vor Ort lassen sich die Bedarfe viel besser planen. Wir haben unsere Ohren weit geöffnet und hören, was gebraucht wird“, sind die beiden KOMM-AN-Koordinatorinnen einer Meinung. Mit 200 Besuchern von Veranstaltungen für Ehren-und Hauptamtliche der Flüchtlingshilfe im zurückliegenden Halbjahr, wie beispielsweise „Länderkunde Syrien“, „Umgang mit traumatisierten Geflüchteten“ oder „Umgang mit Stammtischparolen“ sind die beiden Kreismitarbeiterinnen sehr zufrieden. Für das kommende Halbjahr sind weitere Veranstaltungen geplant und bereits terminiert.
Besonders am Herzen lag den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern, wie diejenigen Geflüchteten, welche sich noch nicht in Sprach- oder Integrationskursen befinden, ihre Zeit sinnvoll verbringen können. Neben den Sprachangeboten wurden deshalb auch kulturelle Projekte und Maßnahmen unterstützt, wie zum Beispiel die Musikgruppe des Café Checkpoint in Iserlohn oder die Betreuung der geflüchteten Kinder in Neuenrade. Kreativ wird es demnächst in Menden und Werdohl, denn dort werden die jungen Geflüchteten die Gemeinschaftseinrichtungen mit Graffiti bzw. mit Pinsel und Farbe verschönern. „Damit können wir gemeinsame Lebensräume schaffen“, ist sich Pinelopi Kouloukourgiotou sicher. Auch an die Kinder wurde gedacht. Mit dem landesweiten Projekt „Märchen öffnen Türen“, das sich an Vorschul- und Grundschulkinder mit und ohne Fluchterfahrung wendet, wurden mehr als 250 Jungen und Mädchen erreicht.
Regelmäßige Netzwerktreffen mit den kommunalen Flüchtlingskoordinatoren, gemeinsame Projekte mit den Wohlfahrtsverbänden, den Initiativen, den Städten und Gemeinden runden das Arbeitsfeld von KOMM-AN-NRW im Märkischen Kreis ab. Die Beratung und Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe ist gut angelaufen. Auch über das Programm-Ende im Dezember 2017 hinaus gibt es genügend Aufgaben in der Flüchtlingsintegration. Das Land wird Märkischen Kreis im kommenden Jahr mit Sachmitteln bis zur Höhe von 50.000 Euro unterstützen, so dass die Integrationsarbeit unter anderem mit Hilfe von Integrationslotsen und Dolmetscherdiensten weiter fortgesetzt werden kann.

Zuletzt aktualisiert am: 07.06.2017