Gemeinsam gegen gewaltbereiten Salafismus

Im regionalen Schulterschluss Zeichen setzen

Pressemeldung vom 23.06.2017

„Wieder einmal beweist die Region bei einem wichtigen Thema den engen Schulterschluss!“ Mit diesen Worten kommentiert Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz die gemeinsam mit den Landräten des Märkischen Kreises, Thomas Gemke, und des Ennepe-Ruhr-Kreises, Olaf Schade, getroffene Entscheidung, sich an dem Landesprogramm „Wegweiser“ zu beteiligen. Das richtet sich präventiv gegen einen gewaltbereiten Salafismus. Eine gemeinsame Beratungsstelle für Unterstützungssuchende aus den beiden beteiligten Kreise und der Stadt Hagen soll zunächst in der Volmestadt realisiert werden.


 Der gewaltbereite Salafismus ist der Extremismusbereich mit der am stärksten wachsenden Szene innerhalb Deutschlands. Das erzeugt vielfältige Unsicherheiten und wirft zunehmend Fragen auf. Bei Eltern, die befürchten, dass sich ihr Kind radikalisiert haben könnte. Bei Freunden, Lehrern, Mitschülern, Sozialarbeitern oder Arbeitskollegen, die Veränderungen bei einer Person feststellen und diese nicht einordnen können. Bei Institutionen wie Schulen, Jugendeinrichtungen oder Behörden, die Hilfestellung und Informationen zum Thema extremistischer Salafismus benötigen.


 Genau vor diesem Hintergrund setzt das Präventionsprogramm „Wegweiser“ an, das vor drei Jahren an den Start ging und mittlerweile über Anlaufstellen in 13 Kommunen in NRW verfügt. Es richtet sich gezielt an Personengruppen, die bereits mit der salafistischen Szene sympathisieren oder in diese abzurutschen drohen sowie an deren Angehörige und ihr soziales Umfeld. Über geschulte „Wegweiser“-Beraterinnen und -Berater können die Betroffenen frühzeitig erreicht werden. Daneben werden aber auch Sensibilisierungsveranstaltungen angeboten, um all jene Personengruppen, die zum Beispiel beruflich mit den meist jungen Heranwachsenden in Kontakt kommen, über dieses Phänomen und seine Erscheinungsformen aufzuklären. 


„Das Präventionsprogramm soll auf diese Weise wesentlich dazu beitragen, insbesondere bei jungen Heranwachsenden einen Radikalisierungsprozess bereits in seinen Anfängen zu verhindern“, stellt Landrat Olaf Schade die enorme Bedeutung des „Wegweiser“-Konzeptes heraus.


Bei einem Treffen im Hagener Rathaus, initiiert von Hagens Polizeipräsident Wolfgang Sprogies und dem Leiter des Verfassungsschutzes, Ministerialdirigent Burkhard Freier, wurde die künftige regionale Zusammenarbeit in diesem wichtigen Themenbereich jetzt beschlossen. Zugleich wurde der Startschuss für den ersten Umsetzungsschritt des Präventivprogramms gegeben: die Gründung eines sogenannten Implementierungskreises. In ihm werden zusammen mit Ministerialrätin Anke Mönter aus dem Präventionsreferat beim nordrhein-westfälischen Innenministerium Vertreter der kommunalen Verwaltungen der Stadt Hagen, des Märkischen Kreises, des Ennepe-Ruhr-Kreise sowie des Staatsschutzes gemeinsam mit weiteren relevanten lokalen Netzwerkpartnern einen speziell für die heimische Region passgenauen „Wegweiser“ schaffen. Im nächsten Schritt wird die Suche nach einer Trägerorganisation abgestimmt, die das Programm „Wegweiser“ hier vor Ort umsetzen und dabei auch die neue Beratungsstelle für Hagen und die beiden beteiligten Kreise besetzen soll. Mit diesem Träger wird dann das Land einen Vertrag schließen, der alle Rechte und Pflichten im Rahmen der konkreten Umsetzung des Beratungsangebotes festlegt. Dabei wird das Programm vollständig vom Land finanziert.


 Landrat Thomas Gemke: „Durch die Einbindung lokaler Experten, Träger und Institutionen ist garantiert, dass die Umsetzung des Programms sich sehr genau an den Problemlagen hier vor Ort orientieren kann.“ Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz ergänzt: „Das ist kein Präventionskonzept von der Stange – gerade darin liegt seine Stärke und eine Chance, die wir jetzt gemeinsam nutzen wollen.“

Zuletzt aktualisiert am: 23.06.2017