Reisen mit Haustieren

Pressemeldung vom 29.06.2017

Beim Reisen mit Haustieren, sei es Hund, Katze oder Frettchen, innerhalb und außerhalb der Europäischen Union sind einige Verordnungen und Regelungen zu beachten, die eine Einschleppung und Weiterverbreitung der Tollwut zu verhindern sollen. Darauf weist der Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen des Märkischen Kreises hin. Pro Person können höchstens je fünf Katzen, Hunde oder Frettchen mitgenommen werden. Sind es mehr Tiere oder sollen die Tiere den Besitzer wechseln, gelten andere Regelungen.



Reisen innerhalb der Europäischen Union


Für jedes Tier muss auf Reisen innerhalb der Europäischen Union ein EU- Heimtierausweis mitgeführt werden. Dieser Pass muss dem Tier eindeutig zugeordnet werden können, das heißt das Tier muss mittels Tätowierung oder Mikrochip identifizierbar und die Kennzeichnungs-Nummer im Pass eingetragen sein. Den Ausweis stellt jeder dazu berechtigte Tierarzt aus. Seit Juli 2011 ist für neu gekennzeichnete Tiere der Micro-chip verpflichtend! Aus dem Pass muss hervorgehen, dass das Tier einen gültigen Tollwutschutz besitzt. Auch Welpen dürfen nur mit einem ausreichenden Tollwut-Impfschutz nach Deutschland einreisen bzw. Deutschland im Transit passieren. Eine Impfung ist frühestens ab der 12. Lebenswoche möglich und braucht 21 Tage bis diese sicher wirksam ist. Wiederholungsimpfungen müssen in den gemäß den Empfehlungen des Impfstoffherstellers vorgegebenen Zeitabständen erfolgen.


Verfügt das Tier über einen aktuellen EU- Heimtierausweis, so ist vor Reisen innerhalb der Europäischen Union und in gelistete Drittländer keine weitere Untersuchung erforderlich. Ausnahmen gelten für Irland, das Vereinigte Königreich, Malta und Finnland. Hier ist eine Behandlung gegen den kleinen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilokularis) erforderlich. Frühestens 120 Stunden und spätestens 24 Stunden vor dem Zeitpunkt Ihrer geplanten Einreise in o.g. Länder ist die Entwurmung von einem Tierarzt durchzuführen und in dem Heimtierausweises zu bescheinigen.



Reisen außerhalb der Europäischen Union


Für die Wiedereinreise in die EU aus gelisteten Drittländern gelten die gleichen Bedingungen wie für Reisen innerhalb der Europäischen Union. Drittländer(gelistet oder nicht gelistet), sind alle Länder, die nicht der Europäischen Union angehören, hier sollten die geltenden nationalen Bestimmungen beachtet werden. Wer mit seinem Haustier in einen Nicht-EU-Staat, in dem Tollwut vorkommt oder dessen Seuchenstatus unbekannt ist (z.B. Urlaubslän-der wie die Türkei, Ägypten, Marokko, Tunesien, Thailand und Indien) muss vor der Ausreise ein Bluttest (Tollwutantikörpertest) in einem EU-zugelassenen Labor durchgeführt werden.


Die Verpflichtung, einen Bluttest (Tollwutantikörpertest) durchzuführen, gilt auch für die Mitnahme von Tieren, die aus einem Nicht-EU-Staat stammen. Wer also die liebgewonnene Hotelkatze oder den streunenden Strandhund mit nach Hause nehmen möchte, muss nach dem Zeitpunkt des Bluttests in dem jeweiligen Land bis zur Einreise in die Europäische Union eine Wartefrist von drei Monaten einhalten. Voraussetzung für die Einreise in die EU ist des Weiteren die Begleitung der Tiere durch eine verantwortliche Person, d.h. durch den Besitzer oder der von ihm schriftlich ermächtigten Person, die eine schriftliche Erklärung mitführt, dass die Verbringung des Tieres nicht dem Verkauf bzw. Besitzerwechsel dient. Der Besitzer beziehungsweise die Begleitperson ist verpflichtet, das Tier bei der Einfuhr bzw. Wiedereinfuhr aus einem Nicht-EU-Staat anzumelden, so dass eine Dokumentenkontrolle bzw. Identitätsfeststellung durchgeführt werden kann.


Tiere, die die Anforderungen nicht erfüllen, werden auf Kosten des Halters in das Herkunftsland zurückgesendet oder für die bis zur Erfüllung der Gesundheitsanforderungen erforderliche Zeit kostenpflichtig in amtlicher Quarantäne untergebracht. In Einzelfällen – bei Vorliegen eines entsprechenden Krankheitsverdachts – kann die Tötung angeordnet werden! Dabei können erhebliche Kosten anfallen.


Allgemeine Tipps


Allgemein gilt natürlich, wer seinen Hund, seine Katze oder ein Frettchen auf Reisen ins Aus-land mitnehmen möchte, sollte sich möglichst frühzeitig über die für das betreffende Land geltenden Bestimmungen informieren wie z.B. Leinen- und Maulkorbpflicht sowie die Liste mit den verbotenen Hunderassen ("Kampfhunde") variieren in den einzelnen Ländern. Beim Transport im Auto müssen Tiere in Deutschland und in anderen EU-Ländern gesichert sein, z.B. durch Absperrgitter, Transportboxen oder Autogurte. Vor der Reisebuchung sollte man sich informieren, ob Tiere erlaubt sind, und ob die Reiserücktritts- und Haftpflichtversicherung auch fürs Haustier gilt. Hilfreich sind Hinweise auf Urlaubsadresse und Heimatanschrift am Halsband bzw. an der Marke. Während des Transportes muss das Tier mit Wasser versorgt sein. Saugfähige Tücher, Kotbeutel und ggf. eine Notfalltierapotheke sollten griffbereit sein. Wenn Sie nachts mit dem Auto fahren ersparen Sie dem Tier Strapazen durch Stau und Hitze. Das Tier sollte, z.B. wegen Gefahr eines Hitzschlages, nicht im parkenden Auto zurückgelassen werden. Bei der Mitnahme im Flugzeug ist zu beachten, dass bei einigen Fluggesellschaften nur Tiere bis max. 5 kg Körpergewicht in einer Transporttasche zum Reisenden in die Kabine mitgebracht werden dürfen. Größere Tiere werden in Transportboxen im Gepäckraum untergebracht und sind frühzeitig anzumelden. Nähere Informationen bieten die jeweiligen Fluggesellschaften. In der Bahn ist je nach Tiergröße eventuell ein zusätzliches Ticket nötig.


https://www.bmel.de/DE/Tier/HausUndZootiere/Heimtiere/_Texte/Heimtierausweis.html

Zuletzt aktualisiert am: 29.06.2017