KiTa-Gebühr erst ab 25.000 Euro

Jugendhilfeausschuss setzt Beitragsfreigrenze herauf

Auch im kommenden Kindergartenjahr soll es wieder ein bedarfsgerechtes Angebot an KiTa-Plätzen geben. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Auch im kommenden Kindergartenjahr soll es wieder ein bedarfsgerechtes Angebot an KiTa-Plätzen geben. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 14.03.2018
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Wer weniger als 25.000 Euro Einkommen im Jahr hat, der soll ab August keine KiTa-Beiträge mehr für sein Kind zahlen müssen. Das hat der Jugendhilfeausschuss des Märkischen Kreises in seiner jüngsten Sitzung auf Antzrag der Fraktionen von CDU und SPD einstimmig beschlossen. Die bisherige Einkommensgrenze liegt bei 15.000 Euro. Darüber hinaus soll der Beitrag für das dritte Geschwisterkind und jedes weitere ganz entfallen. Bestätigt werden muss der Beschluss noch vom Kreisausschuss und Kreistag.


In den vergangenen Jahren waren jeweils etwa 350 Eltern aufgrund ihres Einkommens beitragsfrei gestellt. Aufgrund der Erhöhung der Beitragsfreigrenze würden aktuell 191 weitere dazu kommen. Die Verwaltung geht von jährlichen Mindereinnahmen von 62.000 Euro aus. Bei der beabsichtigten Beitragsfreistellung ab dem dritten Geschwisterkind, zurzeit 17 Jungen und Mädchen, erhöhen sich die Mindereinnahmen um weitere 7.300 Euro.


In ihrer Vorlage hatte die Verwaltung den Ausschussmitgliedern aufgezeigt, dass der Kreis im Vergleich der kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie zu den benachbarten Kreisen relativ niedrige Beiträge verlangt. Der Kreis ist Träger der Jugendhilfe für die acht kleineren Städte und Gemeinden Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade und Schalksmühle. Sieben verfügen über ein eigenes Jugendamt.


Der Märkische Kreis plant für das Kindergartenjahr 2018/2019 mit insgesamt 3.109 KiTa-Plätzen in den 58 Einrichtungen, für die er zuständig ist. Diese Anzahl ist das Ergebnis aus den sogenannten „Runden Tischen“ mit den Kindergartenleitungen, den Trägervereinen sowie den Vertretern der Städte und Gemeinden. Von den 3.109 Plätzen sind 543 für unter Dreijährige reserviert. Darüber hinaus stehen 240 weitere U3-Plätze bei Tagespflegepersonen zur Verfügung. Die Versorgungsquote für unter Dreijährige liegt damit bei 26,3 Prozent.


Das Angebot, so die Kreisverwaltung, sei bedarfsgerecht. Das schließe allerdings nicht aus, dass es in Einzelfällen zu Härten kommen könne und eine Unterbringung in der gewünschten KiTa nicht möglich ist. Wie die zuständige Fachbereichsleiterin Iris Beckmann-Klatt mitteilte, prüfe der Kreis gerade ein eigenes Investitionsprogramm, um Trägervereine zu motivieren, ihre Einrichtungen zu vergrößern. Erste Gespräche seien bereits gelaufen. Die Möglichkeit einer Online-Anmeldung werde aber wohl noch etwas auf sich warten lassen. Voraussetzung sei, dass alle Trägervereine sich dem anschließen.


Beim Jugendamt des Märkischen Kreises gehen jedes Jahr fast 400 Meldungen über Kindeswohlgefährdung ein. „Im Schnitt resultieren daraus rund 40 Inobhutnahmen von Jungen oder Mädchen“, das sagte Kim Rosenbach. Sie ist seit August Fachkraft für Kinderschutz und kündigte für die nahe Zukunft ihren Kinderschutzbericht an.


 


 

Zuletzt aktualisiert am: 14.03.2018