In zwei Jahren haben alle Unternehmen schnelles Internet

Breitbandausbau beginnt nach den Sommerferien

Landrat Thomas Gemke (vorne, links) und Reinhard Rohleder unterzeichnen den Vertrag. Tilo Deckert, Kerstin Müller und Stefan M. Glusa sind interessierte Zaungäste. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Landrat Thomas Gemke (vorne, links) und Reinhard Rohleder unterzeichnen den Vertrag. Tilo Deckert, Kerstin Müller und Stefan M. Glusa sind interessierte Zaungäste. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 06.04.2018
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In spätestens zwei Jahren sind alle 42 Gewerbegebiete und -ansiedlungen im Märkischen Kreis mit Glasfasertechnik ans schnelle Internet angeschlossen. Das versprachen Kerstin Müller und Reinhard Rohleder von der Deutschen Telekom jetzt im Lüdenscheider Kreishaus. Sie waren gekommen, um mit Landrat Thomas Gemke den dafür nötigen Vertrag zu unterzeichnen. 940 Unternehmen sollen im Frühjahr 2020 mit einem bis zu 1.000 Mbit/Sekunde schnellen Glasfaseranschluss versorgt sein. Bei der Unterzeichnung mit dabei: Stefan M. Glusa, Geschäftsführer der kreiseigenen TelekommunikationsGesellschaft Südwestfalen, sowie MK-Breitbandkoordinator Tilo Deckert.


Insgesamt wird der Ausbau einen knappen zweistelligen Millionenbetrag kosten. 4,3 Millionen Euro trägt das Land Nordrhein-Westfalen, 1,1 Millionen Euro der Märkische Kreis und den Rest die Deutsche Telekom. Den entsprechenden Förderbescheid konnte Landrat Thomas Gemke unlängst von NRW-Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in Düsseldorf in Empfang nehmen.


Wann welches Gewerbegebiet ans Glasfasernetz angeschlossen wird, erfahren die Tiefbau-Fachleute und Breitbandkoordinatoren aus den kreisangehörigen Städten und Gemeinden noch in diesem Monat. Ende April soll ihnen die Feinplanung bei im Lüdenscheider Kreishaus vorgestellt werden. Fest steht bei der Telekom bisher nur, dass das Kreisgebiet in sechs sogenannte Cluster eingeteilt ist. Beginnen sollen die Bauarbeiten nach den Sommerferien. Bis jedes Gewerbegebiet angeschlossen ist, ist reichlich zu tun. Unter anderem sind 78 Kilometer Gräben zu ziehen, 51 Kilometer Glasfaserleitungen zu verlegen und 208 Kilometer Leerrohre in die Erde zu bringen.


Trotz des engagierten Zeitplans drückt Landrat Thomas Gemke weiter aufs Tempo. „Es dürfte doch wohl inzwischen jedem bekannt sein, dass eine schnelle Internetverbindung für Unternehmen von existenzieller Bedeutung ist. Seit Jahren reden Land und Bund davon, dass die Digitalisierung fortschreitet. Dazu bedarf es aber schneller Internetverbindungen auch in ländlichen Regionen“, so der Landrat. Markterkundung, Interessensbekundungsverfahren, Auswahlverfahren als Entscheidung für Wirtschaftlichkeitslücke, Teilnehmerwettbewerb und Verhandlungsverfahren, zweistufiges europaweites Vergabeverfahren, Bieterauswahl und Vereinbarung zwischen Betreiber und öffentlicher Hand sowie Zustimmung der Bundesnetzagentur – diesen Bürokratie-Moloch verstehe doch niemand mehr.


Gemke: „Der Kreistag hatte die Verwaltung am 19. März 2015 per Beschluss aufgefordert, eine Strategie zur Ausstattung des Märkischen Kreises mit hochwertiger Breitbandinfrastruktur zu erarbeiten. Das war der Startschuss. Bis zur heutigen Vertragsunterzeichnung hat es mehr als drei Jahre gedauert.“ Deshalb die Bitte des Landrates an alle Verantwortlichen auf Europa-, Bundes- und Landesebene: „Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die uns unterstützt haben, dass sie nie aufgegeben haben, einen Ausweg aus dem Labyrinth der Vorschriften zu suchen und zu finden.“ Thomas Gemke: „Meine dringende Bitte an alle Verantwortlichen auf Europa-, Bundes- und Landesebene: Die Verfahren zur Breitbandförderung müssen umgehend überarbeitet und drastisch beschleunigt werden.“


Der Förderantrag für schnelles Internet in Wohngebieten befinde sich in der öffentlichen Ausschreibung. Mit einem Baubeginn könne hier im Jahr 2019 gerechnet werden.


 

Zuletzt aktualisiert am: 06.04.2018