Immer mehr Briten wollen Deutsche werden

Brexit führt zu Rekord bei Einbürgerungen

Unter den Akten der Ausländerbehörde sind auch immer mehr Unterlagen von einbürgerungswilligen Briten. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Unter den Akten der Ausländerbehörde sind auch immer mehr Unterlagen von einbürgerungswilligen Briten. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 24.05.2018
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Der bevorstehende Brexit führt zu einem Rekordwert an Einbürgerungen britischer Staatsangehöriger. Das teilt das Statistische Bundesamt mit. Während 2015 nur 622 britische Bürgerinnen und Bürger die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hatten, waren es 2016 schon 2.865 (plus 361 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und 2017 schließlich 7.493 (plus 162 Prozent gegenüber dem Vorjahr) – nach 2016 ein erneuter Rekordwert. Diesen Trend kann auch die Ausländerbehörde des Märkischen Kreises bestätigen. Im Jahr 2015 ließ sich nur ein ehemals britischer Staatsangehöriger in den Märkischen Kreis einbürgern. Ein Jahr später waren es sechs, 2017 schon 25 und in diesem Jahr sind es bereits fünf (Stand 23. Mai 2018).


Wie die Ausländerbehörde weiter mitteilt, werde Großbritannien zum 29. März 2019 die Europäische Union verlassen. Damit ergebe sich eine Änderung für britische Einbürgerungsbewerber. Bisher konnte auch nach der Einbürgerung die bisherige Staatsangehörigkeit zusätzlich zu deutschen behalten werden. Nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU können britische Staatsangehörige nur eingebürgert werden, wenn sie die britische Staatsangehörigkeit aufgeben. Einbürgerungsinteressenten, die die britische Staatsangehörigkeit nicht aufgeben wollen, sollten daher etwa bis Ende des Jahres bei ihrer Gemeinde einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Denn nicht der Zeitpunkt der Antragstellung sei entscheidend, sondern der Zeitpunkt der Einbürgerung. Wegen erforderlicher Beteiligungen anderer Behörden sei mit einer Bearbeitungszeit von etwa drei Monaten, im Einzelfall auch länger, zu rechnen. Somit könnte der Stichtag 29. März 2019 unter Umständen verpasst werden.


 Einbürgerungsvoraussetzungen sind unter anderem acht Jahre rechtmäßiger Aufenthalt, gesicherter Lebensunterhalt, Straffreiheit, ausreichenden Kenntnisse der deutschen Sprache und Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland.

Zuletzt aktualisiert am: 24.05.2018