Logistische Herausforderung: Ein Kreisarchiv zieht um

Die Magazine des Kreisarchivs leeren sich rasant. Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Die Magazine des Kreisarchivs leeren sich rasant. Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 20.06.2018
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Eine der größten und ältesten regionalgeschichtlichen Sammlungen Westfalens zieht um. Bis zur Fertigstellung des geplanten Archiv- und Bibliothekszentrums auf dem Standort des ehemaligen Berufskollegs in Altena, sollen rund 110 000 Bücher und etwa 2,5 Regalkilometer Archivgut zwischengelagert werden.


Schnell und routiniert pflügt das  Team des Logistikdienstleisters DB Schenker die Regale leer. „Die meisten Bücherkartons packen wir mit 20 bis 30 Kilo, je nach Material oder Dicke des Archivguts“ erklärt der Chef der Gruppe, Ralf Keimer. Dabei arbeiten die Umzugsspezialisten Hand in Hand mit den Mitarbeitern/innen des Kreisarchivs und der Landeskundlichen Bibliothek. Akribisch notieren Karin Müller, Gabriele Aschöwer, Ulrich Biroth und aushilfsweise sein Sohn Matthias welches Buch, welche Akten, welche Urkunden, welche Karten, Pläne, Fotos, Postkarten oder Zeitungen in welchem Karton und auf welcher Palette landen.


Alles ist durchnummeriert und katalogisiert. Auch während der Übergangszeit will das Kreisarchiv auf Anfrage gezielt auf ihr Archivgut zurückgreifen können. „Diesen Service wollen wir Wissenschaftlern und regionalgeschichtlich Interessierten bieten“, betont Kreisarchivarin Dr. Christiane Todrowski. Für sie ist die Zentralisierung des Kreisarchivs eine „einmalige Chance“. „Ich freue mich sehr darauf“, sagt sie. „ Klimatisch optimale Räume, keine langen Wege mehr, alles übersichtlich, wohl sortiert und geordnet an einem Ort und für Besucher ausreichend Platz zum Recherchieren und Schmökern“, zählt sie die Vorteile auf. Doch erstmal ist es eine logistische Herausforderung.


Das „Gedächtnis“ des Märkischen Kreises verteilt sich bisher auf vier verschiedene Standorte – die beiden Altenaer Kreishäuser I und II, das benachbarte Berufskolleg sowie  das Medienzentrum in der Freiheitsstraße. Da die Magazine seit Jahren aus allen Nähten platzen, wurden schon Büros umfunktioniert sowie Kellerräume und Dachgeschosse. Eine sachgemäße Lagerung für Archivalien, die möglichst bei gleichbleibender Temperatur und Luftfeuchtigkeit erhalten bleiben sollen, ist das auf Dauer nicht. Die Anforderungen an die Standsicherheit der Regale sowie den Brandschutz sind ebenfalls nur unzureichend erfüllt. Zudem braucht die Kreisverwaltung ihre Büroräume dringend für ihre Mitarbeiter und zwar sofort. Nur die wertvollsten Archivbestände und Schätze der Landeskundlichen Bibliothek, werden nicht zwischengelagert. Sie finden entweder im Medienzentrum des Märkischen Kreises oder in wenigen Räumen  der Altenaer Kreishäuser ihren Platz. Todrowski rechnet damit, dass das Archiv und die Landeskundliche Bibliothek die neuen Räumlichkeiten frühestens 2020 beziehen können.


 

Ralf Welzenheimer vom Logisitkunternehmen DB Schenker räumt nicht nur die Regale leer; er diktiert auch, welche Bücher er  gerade verpackt, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis.
Ralf Welzenheimer vom Logisitkunternehmen DB Schenker räumt nicht nur die Regale leer; er diktiert auch, welche Bücher er gerade verpackt, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis.
Jede Palette und jeder Karton ist nummeriert, damit der gezielte Zugriff auf Archivmaterial möglich ist, Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Jede Palette und jeder Karton ist nummeriert, damit der gezielte Zugriff auf Archivmaterial möglich ist, Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 20.06.2018