Neues Familienzentrum in Balve

Zwei Kindertagesstätten waren Thema im Jugendhilfeausschuss. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis
Zwei Kindertagesstätten waren Thema im Jugendhilfeausschuss. Foto: Raffi Derian/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 20.06.2018
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Zum Kindergartenjahr 2018/2019 hatte das Landesjugendamt dem Märkischen Kreis ein weiteres Kontingent zum Ausbau der Familienzentren zugeteilt. Nach Erlass des Landesministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration sollen Familienzentren Eltern insbesondere in Gebieten, die von Armut oder niedriger Infrastruktur geprägt sind, den Zugang zu niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten erleichtern.


Insgesamt haben sich vier Kindertagesstätten beim Märkischen Kreis beworben: die Evangelische Kirchengemeinde Halver im Verbund der Kita „Spatzennest“ und Kita „Pustblume“, die AWO Kita „Farbenspiel“ Meinerzhagen, die DRK Kita Meinerzhagen und die DRK Kita Balve, die jetzt den Zuschlag bekommen soll. Bisher ist in Balve lediglich die Katholische Kindertageseinrichtung Heilige Drei Könige als Familienzentrum tätig.


Die DRK Kita Balve wird als Familienzentrum mit dem „Regionalen Sozialen Dienst Nord“ zusammenarbeiten und sich an der strukturellen Weiterentwicklung und Vernetzung des Kinderschutzes im Märkischen Kreis beteiligen. Die Kreisverwaltung ist optimistisch, dass im Lauf der nächsten Jahre weitere Familienzentren eingerichtet werden und die bereits eingegangen Bewerbungen dabei berücksichtigt werden können.


Im Widerspruchsverfahren gegen die Entscheidung des Landesjugendamtes befindet sich der Märkische Kreis im Fall der Kindertageseinrichtung Oberbrügge, teilte Fachbereichsleiterin Iris Beckmann-Klatt mit. Der Kita-Zweckverband im Bistum Essen hat die Schließung der Kindertageseinrichtung in Halver Oberbrügge zum 31. Juli beschlossen. Um den Versorgungsanspruch in Oberbrügge sicher zu stellen, traf die Kreisverwaltung eine Absprache mit der Stadt Halver, Teile der Grundschule in Oberbrügge umzubauen und als neue Kindertageseinrichtung zu nutzen.


Als neuer Träger konnte die Sentiris GmbH gewonnen werden. Für den Märkischen Kreis schien die Sache klar: Nach der Schließung der alten Einrichtung schafft das Kreisjugendamt neue Plätze in einer neuen Kita in neuen Räumen mit neuem Träger, anderem Personal, neuer Betriebserlaubnis und neuem Anmeldeverfahren (die Kinder wechseln nicht automatisch die Einrichtung). Entsprechend stellte es den Antrag beim Landesjugendamt mit einem Zuschussbedarf in Höhe von insgesamt 614 076 Euro. Das Landesjugendamt lehnte den Antrag ab. Die Begründung: Es handele sich bei dem Vorhaben lediglich um einen Umbau zum Erhalt von Plätzen. Hierfür würden 172.125 Euro zur Verfügung stehen.


Gegen diese Entscheidung will der Märkische Kreis rechtlich vorgehen. Sollte das Kreisjugendamt nicht erfolgreich sein, wären Mindereinnahmen in Höhe von rund 442.000 Euro die Folge. Hiervon könnten rund 197.000 Euro zu Lasten des Märkischen Kreises gehen.

Zuletzt aktualisiert am: 20.06.2018