Jugendliche erkunden deutsch-polnische Beziehungen

v.l. Ulla Erkens, Isabelle Schöneborn, Christian Genk, Enes Senkulak, Jonas Leiber und Thomas Miebach beleuchten im Partnerschaftsprojekt mit dem Kreis Ratibor die deutsch-polnischen Beziehungen. Foto: Katja Larsen
v.l. Ulla Erkens, Isabelle Schöneborn, Christian Genk, Enes Senkulak, Jonas Leiber und Thomas Miebach beleuchten im Partnerschaftsprojekt mit dem Kreis Ratibor die deutsch-polnischen Beziehungen. Foto: Katja Larsen

Pressemeldung vom 17.07.2018
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Wie gehen Deutsche und Polen mit ihrer Geschichte um? Gibt es heute immer noch Ressentiments? Wie wachsen Polen mit deutschen Wurzeln und Deutsche mit polnischer Herkunft auf? Welche Traditionen werden gepflegt? Wie ist das Lebensgefühl der Jugend der beiden Länder im modernen Europa? Wie beeinflussen zunehmend nationale Strömungen die Beziehungen zueinander? 100 Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs und der Ausrufung der unabhängigen Zweiten Polnischen Republik gibt es Fragestellungen genug, mit denen sich die Oberstufenschüler*innen aus dem Märkischen Kreis und dem Partnerkreis Ratibor auseinandersetzen können.

Angestoßen wurde das neue Jugendaustauschprojekt von der Partnerschaftsbeauftragten des Märkischen Kreises Isabelle Schöneborn. Dank der Unterstützung durch das deutsch-polnische Jugendwerk kann sie gemeinsam mit der Partnerschaftsbeauftragten des Powiat Raciborski das Konzept „Junge Journalisten recherchieren die besondere durch Kriege gezeichnete Beziehung zwischen Deutschland und Polen“ umsetzen.

Kurz vor den Sommerferien gab es das erste Vorbereitungstreffen. Die Oberstufenschüler Christian Geng und Enes Senkulak vom Zeppelingymnasium sowie Jonas Leiber vom Bergstadtgymnasium in Lüdenscheid meldeten sich freiwillig für das Projekt. Im Vordergrund steht bei den 17-jährigen das Interesse an Geschichte. Jonas Leiber besucht den Geschichtsleistungskurs am Zeppelin-Gymnasium. Einen persönlichen Bezug zu dem Thema hat er auch: Seine Großmutter kommt aus Schlesien. Die Mutter von Christian Geng ist aus Russland ausgesiedelt und Enes Senkulag hat türkische Wurzeln. Betreut werden die Schüler von Thomas Miebach, Geschichtslehrer am Zeppelin-Gymnasium, Isabelle Schöneborn und Ulla Erkens, Pressereferentin des Märkischen Kreises. Miebach, selber in Schlesien geboren und mit den Eltern als Kind in die Bundesrepublik Deutschland ausgewandert, gab einen ersten Überblick über die polnische Geschichte. Während der Sommerferien haben die Jugendlichen genug Zeit sich weiter in das Themenfeld einzuarbeiten und sich auf ihre Interviews vorzubereiten. Eine kleine Einführung, was sie bei ihren Interviews und im Umgang mit ihren Interviewpartnern beachten sollten, gab Ulla Erkens. Sie wird die Schüler bei der journalistischen Verarbeitung der gewonnen Eindrücke und Interviewergebnisse unterstützen.  

Mitte September reist die Gruppe in den Partnerkreis Ratibor und trifft dort auf drei polnische Schülerinnen mit ihren Projektbetreuern. Auf dem gemeinsamen Programm stehen unter anderem ein Treffen mit Vertretern der deutschen Minderheit in Polen beim polnisch-deutschen Radiosender in Ratibor, das Lubowice Eichendorff-Zentrum und eine Umfrage in der Fußgängerzone in Ratibors Innenstadt. Anfang Oktober erfolgt dann der Gegenbesuch aus Ratibor. Geplant sind unter anderem Besuche bei einem polnischen Verein, einer Pflegekraftvermittlung mit polnischen Pflegkräften und einem polnisch-sprachigen Gottesdienst sowie eine Umfrage in Lüdenscheids Fußgängerzone. Zudem soll die Ausbeutung polnischer Zwangsarbeiter*innen in der Region während des Zweiten Weltkriegs thematisiert werden.

Zuletzt aktualisiert am: 17.07.2018