Anträge auf Unterhaltsvorschuss verdoppelt

Mehr als verdoppelt haben sich in diesem Jahr die Anträge auf Unterhaltsvorschuss. Foto: Sebastian Sendlak/Märkischer Kreis
Mehr als verdoppelt haben sich in diesem Jahr die Anträge auf Unterhaltsvorschuss. Foto: Sebastian Sendlak/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 24.07.2018
|

Bei der Kreisverwaltung hat sich die Anzahl der Fälle, in denen Unterhaltsvorschuss gezahlt wird, mehr als verdoppelt. Im ersten Halbjahr überwies der Kreis gut eine Million Euro an 759 Anspruchsberechtigte. Das waren rund 220.000 Euro mehr als in den jeweiligen Vorjahren. Die Anzahl der Zahlungsempfänger stieg im Vergleichszeitraum von 367 im Juni 2017 auf den neuen Höchststand 759 in diesem Juni. „Die Tendenz ist weiter steigend“, erklärt Anja Tadday-Schlichting, beim Kreis zuständige Fachdienstleiterin. Der Märkische Kreis ist Träger der Jugendhilfe für die acht kleineren Städte und Gemeinden ohne eigenes Jugendamt. Dies sind Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade und Schalksmühle.


 Unterhaltsvorschuss ist eine Leistung zur Unterstützung alleinerziehender Mütter und Väter. Falls der andere Elternteil keine oder zu geringe Unterhaltszahlungen leistet, kann der alleinerziehende Elternteil Unterhaltsvorschuss beantragen. Durch den Unterhaltsvorschuss sollen die finanzielle Belastung und die schwierige Erziehungssituation von Alleinerziehenden gemildert werden.


 Grund für die deutliche Zunahme ist das vom Bund im August 2017 geänderte Gesetz zum Unterhaltsvorschuss. Die Gruppe derjenigen, die Anspruch auf Unterhaltsvorschuss hat, sowie die Zahlungsdauer wurden ausgeweitet. Seitdem steigen die Fallzahlen im Fachdienst Kindesunterhalt und wirtschaftliche Erziehungshilfe deutlich.


 Von den 780.000 Euro Unterhaltsvorschuss, die der Kreis im vergangenen Jahr ausgezahlt hat, konnten 312.000 Euro von den Unterhaltspflichtigen zurückgeholt werden. Die Rückholquote lag somit bei 28,57 Prozent.

Zuletzt aktualisiert am: 24.07.2018