Blühende Oasen für Bienen und Insekten

Die Landwirte Henning Wolf (1.v.l.) und Thomas Wiethege (1.v.r.) zeigen Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und Matthias Hattwig ein Eldorado für Bienen und Insekten, Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Die Landwirte Henning Wolf (1.v.l.) und Thomas Wiethege (1.v.r.) zeigen Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper und Matthias Hattwig ein Eldorado für Bienen und Insekten, Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 24.07.2018
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„Im nächsten Jahr werden wir die Anlage von Blühstreifen aus unserem Topf für ökologische Ersatzmaßnahmen kreisweit genauso unbürokratisch unterstützen wie in diesem Jahr“, versichert Kreisdirektorin Barbara Dienstel-Kümper. Gemeinsam mit Matthias Hattwig, Sachgebietsleiter Naturschutz und Landschaftspflege des Märkischen Kreises, überzeugte sie sich beim Biobauer Henning Wolf in Halver, dass das Geld gut angelegt ist. Thomas Wiethege, landwirtschaftlicher Ortsverbandsvorsteher in Halver, ist stolz darauf, dass er elf Bauern davon überzeugen konnte, eine besonders insektenfreundliche Mischung heimischer Pflanzen zu säen. Wolf setzte noch eins drauf und bepflanzte ein ganzes Feld unter anderem mit Buchweizen, Koriander, Ringelblumen, Bienenweide, verschiedenen Kleesorten und Sonnenblumen.


Wildblumen bilden einen Gegenpol zu landwirtschaftlichen Monokulturen wie beispielsweise Mais. Sie sind nicht nur eine Freude fürs Auge sondern eine ideale Nahrungsquelle für Insekten. Ohne Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten werden Pflanzen nicht mehr bestäubt. Ernteausfälle sind die Folge. Vögeln und anderen Tieren werden die Nahrungsgrundlagen entzogen, die Ökologie gerät aus dem Gleichgewicht.


„Anfang des Jahres haben wir uns zusammengesetzt und wollten etwas tun, um das angeschlagene Image des Landwirts wieder aufzupolieren.“, erzählt Wiethege. Mit der Gemeinschaftsaktion setzt der größte landwirtschaftliche Ortsverband im Märkischen Kreis ein Zeichen für Artenvielfalt und gegen das Insektensterben. „Für die Blütenpracht haben wir viele positive Rückmeldungen bekommen“ sagt Wiethege. Selbst ein Fotoverein hat die neuen Motive für sich schon entdeckt. Allerdings sollten Blumenliebhaber die Pflanzen nicht in die Vase stellen sondern tatsächlich den Insekten überlassen. Für das Saatgut nahmen die Landwirte in Eigeninitiative rund 1000 Euro in die Hand und opferten gute Ackerfläche von insgesamt 1 Kilometer Länge und anderthalb Meter Breite. Von den Fördermitteln, die der Märkische Kreis gegen Rechnung auszahlt, erfuhren sie erst später.


Wolf und Wiethege freuen sich über die finanzielle Unterstützung, die erstaunlich unbürokratisch ausfällt. Die Anlage der Blühstreifen darf nur auf bewirtschafteten Ackerflächen erfolgen und darf nicht mehr als 20 Prozent betragen. Anders als bei früheren Förderprogrammen verlieren die Blüh- und Schonflächen dadurch nicht ihren Status als Ackerland und müssen daher auch nicht mehr aus dem Flächenverzeichnis rausgerechnet  werden. Eine Mitteilung an die Kreisstelle der Landwirtschaftskammer reicht.


Da noch nicht alle Landwirte ihren Anspruch beim Märkischen Kreis geltend gemacht haben, kann Matthias Hattwig von der Unteren Naturschutzbehörde noch nicht abschließend beziffern, wie viel Geld dieses Jahr aus den Mitteln für ökologische Ersatzmaßnahmen im Rahmen des Blühstreifenprogramms kreisweit ausgegeben werden. Landwirte, die im nächsten Jahr dabei sein wollen, können sich aber zur besseren Planung schon jetzt beim Märkischen Kreis unter Telefon 02351/966-6367 oder per E-Mail: landschaft@maerkischer-kreis.de melden.


 


 

Ungewohnte Blüten im Haferfeld, Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Ungewohnte Blüten im Haferfeld, Foto: Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 24.07.2018