„Verschiedene Kulturen machen Leben bunter“

Sprachmittlerinnen helfen bei allen Alltagsproblemen

Dagmar Schulz, die Sprachmittlerinnen Oana-Mihaela Oprica und Nadja Assal sowie Manuela Behle (von links) arbeiten bestens zusammen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Dagmar Schulz, die Sprachmittlerinnen Oana-Mihaela Oprica und Nadja Assal sowie Manuela Behle (von links) arbeiten bestens zusammen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 02.08.2018
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„Lernt Deutsch, das ist wichtig.“ Das haben sich die 16- und 17 Jahre alten Pflegesöhne von Nadja Assal oft genug anhören müssen. Die 39-Jährige weiß, wovon sie spricht. Die Werdohlerin ist eine von gut 60 Sprachmittlern des Fachdienstes Bildung und Integration des Märkischen Kreises. Die Jugendlichen stehen längst auf eigenen Füßen, auch, weil sie den Rat ihrer Pflegemutter beherzigt haben. Nadja Assal ist seit 1996 in Deutschland. Sie kennt aus eigener Erfahrung, wie wichtig es als Migrant ist, am Anfang Hilfe zu bekommen, um sich in einem neuen Land und einem neuen Kulturkreis zurecht zu finden. Diese Hilfe leistet sie jetzt immer dann, wenn ihre arabischen Sprachkenntnisse gefordert sind. „Als Sprachmittlerin begleite ich die Familien beispielsweise bei Arztbesuchen oder Behördengängen. Auch als Elternlotsin helfe ich und kläre schulische Probleme der Kinder, vermittle zwischen Eltern und Lehrern“, nennt die 39-Jährige einige Beispiele." 


Angefangen hat die Werdohlerin mit ihrem sozialen Engagement auf privater Ebene. Dann bekam sie Kontakt zum Kommunalen Integrationszentrum Märkischer Kreis. Von dort wird sie jetzt als professionelle Sprachmittlerin eingesetzt. Ähnlich erging es Oana-Mihaela Oprica. Die Lüdenscheiderin fing als ehrenamtliche Übersetzerin für Rumänisch im Freundes- und Bekanntenkreis an. „Das war rein zufällig. Zuerst waren es nur zwei Familien hier und drei in Dortmund.“ Ihren Namen hatten ihre Landsleute über facebook weiter gepostet und in der rumänischen Kirche in Dortmund weitergegeben. Es kamen immer mehr Anfragen. „Deshalb habe ich 2013 angefangen, Deutsch richtig zu trainieren – auch mit dem Wörterbuch in der Hand am eigenen Wohnzimmertisch.“ Jetzt ist Oana-Mihaela Oprica soweit Ratsuchende zum Jobcenter, zu Behörden und Institutionen zu begleiten oder bei Bankgeschäften behilflich zu sein. Ob sie für den Märkischen Kreis arbeiten möchte, wurde sie in der Grundschule ihrer Kinder gefragt. Dort kam der Kontakt zum Integrationszentrum zustande.


Von ihren Kontakten mit den hilfesuchenden Landsleuten sprechen beide Sprachmittlerinnen nur in höchsten Tönen. Schlechte Erfahrungen haben sie nie gemacht – kein böses Wort gehört. „Im Gegenteil, die Menschen sind so dankbar für unsere Unterstützung“, weiß Nadia Assal. Sie vermittelt ihren Klienten auch die Mentalität der Deutschen. „Pünktlichkeit ist das erste, was ich gelernt habe. Wenn du das beherzigst, ist das schon die halbe Miete“, erklärt Assal.


Den Menschen empfehlen beide Sprachmittlerinnen, auf die Migranten offen zuzugehen und keine Hemmungen vor den anderen Kulturen zu haben. „Wir sollten miteinander sprechen, weniger übereinander. Verschiedene Kulturen machen unser Leben schöner und bunter.“ Für ihren Einsatz erhalten beide jetzt auch eine kleine Aufwandsentschädigung.


Für die Sprachmittler sind beim Märkischen Kreis Manuela Behle, Telefon 02351/966-6534, m.behle@maerkischer-kreis.de, sowie Dagmar Schulz, Telefon 02351/966-6856, d.schulz@maerkischer-kreis.de, vom Fachdienst Bildung und Integration zuständig. Alle weiteren Informationen stehen auf der Internet-Seite www.maerkischer-kreis.de zur Verfügung. Einfach in die Suchmaske das Stichwort „Sprachmittler“ eingeben.

Im Gespräch können die Sprachmittlerinnen helfen, die Alltagsprobleme zu lösen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Im Gespräch können die Sprachmittlerinnen helfen, die Alltagsprobleme zu lösen. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis
Zuletzt aktualisiert am: 02.08.2018