Pflegekinder verschönern das Kreishaus

Monika Baukloh vom Pflegedienst freut sich über das Bild eines vierjährigen Pflegekindes. Foto: Ulla Erkens/ Märkischer Kreis
Monika Baukloh vom Pflegedienst freut sich über das Bild eines vierjährigen Pflegekindes. Foto: Ulla Erkens/ Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 21.08.2018
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Mit einer kleinen Ausstellungseröffnung am 13. September ab 17 Uhr werden die Ergebnisse der sommerlichen Malsessions gewürdigt. Der Pflegekinderdienst möchte sich bei dieser Gelegenheit bei den Teilnehmern mit einer besonderen Überraschung bedanken. Acht Pflegefamilien haben bei der Aktion mitgemacht und es wurden insgesamt 14 Bilder eingereicht. Das Altersspektrum der jungen Künstlerinnen und Künstler reicht dabei vom vierjährigen Kindergartenkind bis zum 15-jährigen Jugendlichen. Ein Mädchen war besonders fleißig und hat gleich vier Bilder gemalt.

Monika Baukloh vom Pflegekinderdienst ist begeistert von der Intensität der Bilder. Sie versteht aber auch, dass manche ihrer Schützlinge „einfach nicht Zeit gefunden haben zu malen“.  „Ist ja auch nicht jedermanns Sache“, lächelt sie verschmitzt. Dennoch hofft sie, dass beim nächsten Mal noch mehr Kinder mitmachen. „Im Kreishaus haben wir noch Platz“, sagt sie.

Die Sozialpädagogin betreut 20 Pflegekinder. Das jüngste Kind ist noch ein Kleinkind im zarten Alter von zwei Jahren, der älteste Jugendliche ist 16 und arbeitet auf sein Abitur hin. „Es ist schön mitzuerleben, wie sich die Kinder entwickeln und sie auf ihrem Weg begleiten zu dürfen“, beschreibt Baukloh ihre Motivation.

Sie versteht sich als Ansprechsprechpartnerin, Beraterin und Vermittlerin für die Kinder, die Pflegeeltern und für die Herkunftseltern. „Letztlich stehe ich aber immer auf der Seite der Kinder“, markiert sie ihren Standpunkt. Etwa  vier Mal im Jahr besucht sie die Pflegefamilien, bei Bedarf natürlich öfter. Bei der Entwicklung des Hilfeplans mit den Pflegeeltern bezieht Baukloh die Kinder gerne mit ein. In den Gesprächen werden die Entwicklungsziele besprochen und welche Unterstützung notwendig ist, um diese Ziele zu erreichen. Zudem hält die Sozialpädagogin Kontakt zu den Herkunftsfamilien und vermittelt die Treffen der leiblichen Eltern mit ihren Kindern. „ Den regelmäßigen Kontakt zu den Herkunftseltern hält Baukloh für sehr wichtig: „Kinder wollen wissen, wo sie her kommen, wer ihre Eltern sind. Sie müssen sich mit ihrer Biografie auseinandersetzen dürfen und sie verarbeiten.“

Insgesamt leben 123 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes in  Pflegefamilien. Sie werden von sechs Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes betreut.  In der Regel geht der Aufnahme eines Kindes in einer Pflegefamilie eine längere Auseinandersetzung des Jugendamtes mit der Herkunftsfamilie voraus. Sind Eltern nicht in der Lage, sich gut um ihre Kinder zu kümmern, bietet das Jugendamt zunächst Unterstützung an. Erst wenn die Eltern selbst feststellen, dass diese Unterstützung nicht ausreicht und sie der Vermittlung des Kindes in einer Pflegefamilie zustimmen, werden Pflegeeltern für das Kind gesucht. Manchmal ist auch ein Beschluss des Familiengerichts erforderlich. In der Pflegefamilie bleiben die Kinder in der Regel bis zur Volljährigkeit beziehungsweise bis zum Ende der Ausbildung.

Der Pflegekinderdienst sucht auch weiter Eltern, die offen sind für die die Aufnahme von Pflegekindern. Das können sowohl Eltern sein, die ein Kind bis zur Verselbständigung unterstützen wollen aber auch Eltern, die bereit sind, Kinder in einer Übergangsphase eine befristete Zeit zu begleiten. Die Bewerber werden natürlich überprüft und auch ausführlich informiert und in mehreren Terminen auf das Zusammenleben mit einem Pflegekind vorbereitet. In der Schulung der Bewerber arbeitet der Pflegekinderdienst eng mit der Stiftung Evangelische Jugendhilfe Menden zusammen. Interessenten finden die Kontaktdaten der Mitarbeiterinnen des Pflegekinderdienstes unter dem Suchbegriff „Pflegekinderdienst“ auf der Homepage des Märkischen Kreises www.maerkischer-kreis.de.

Zuletzt aktualisiert am: 21.08.2018