Vorerst keine mit Wasserstoff angetriebenen Busse

Ausschuss diskutiert Einführung eines Azubitickets

Ohne mit Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge muss die Busflotte der Märkischen Verkehrsgesellschaft vorerst auskommen. Foto: MVG/Märkischer Kreis
Ohne mit Wasserstoff angetriebene Fahrzeuge muss die Busflotte der Märkischen Verkehrsgesellschaft vorerst auskommen. Foto: MVG/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 31.08.2018
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Die von der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen beantragte Einführung eines Azubitickets für den Märkischen Kreis lässt noch auf sich warten. Die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Struktur und Verkehr verschoben in ihrer jüngsten Sitzung das Thema in den Kreistag, der tagt Anfang Oktober. Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen sei eine Einführung allein für den Märkischen Kreis gar nicht möglich, wie MVG-Geschäftsführer Gerhard Schmier auf Nachfrage erklärte. Zum anderen liefen gerade auf der Ebene des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe Diskussionen für eine verbandsweite Einführung. Die wolle man abwarten. Zudem seien die Förderrichtlinien des Landes noch gar nicht bekannt. Bis zur Kreistagssitzung im Oktober erhoffen sich die Kreispolitiker Klarheit.

Ohne Wasserstoff angetriebene Busse muss der Fuhrpark der Märkischen Verkehrsgesellschaft vorerst auskommen. Der Antrag der Kreistagsfraktion Die Linke, fünf solcher Fahrzeuge anzuschaffen und am Müllheizkraftwerk in Iserlohn eine Wasserstoffgewinnung und –Tankstelle zu bauen, fand nur Unterstützung beim Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen. Zu teuer, nicht ungefährlich und wirtschaftlich fraglich. Das waren die wesentlichen Gegenargumente. 1,3 Millionen Euro würde nach Berechnungen der Kreisverwaltung die Wasserstoff-Tankstelle kosten, mit Wasserstoff angetriebene Busse kosten deutlich mehr (900.000 Euro) gegenüber einem Fahrzeug mit Diesel-Motor Euro 6 Norm. Man beobachte die technologische Entwicklung aufmerksam, so MVG-Geschäftsführer Gerhard Schmier. Aktuell wolle man aber weiter in Fahrzeuge mit modernen Verbrennungsmotoren investieren.

Einen umfassenden Bericht zur Sanierung der Staumauer und künftigen Investitionen in die Infrastruktur sowie touristische Angebote an der Glörtalsperre gab Geschäftsführer Hans-Ulrich Wehmann vom der Glörtalsperre GmbH im Wirtschaftsförderungsausschuss. Der Kreis ist seit der Gründung der Gesellschaft im Jahr 2002 zu acht Prozent Anteilseigner an der Freizeitschwerpunkt Glörtalsperre GmbH. Somit wird er auch entsprechend seiner Anteile an den Sanierungskosten in Höhe von gut 850.000 Euro herangezogen. Für den Kreisetat bedeutet das insgesamt Ausgaben von 28.208 Euro in diesem Jahr und 6.240 Euro im kommenden Jahr.

Wie Hans-Ulrich Wehmann im Ausschuss erklärte, spiele die Glörtalsperre für die Wasserversorgung seit Jahren keine Rolle mehr. An schönen Sommertagen sei sie dagegen Ziel von bis zu 3.000 Erholungssuchenden. Im Oktober/November soll die Glörtalsperre nach Beendigung der Staumauer-Sanierung wieder angestaut werden. Rechtzeitig zur Sommersaison im April/Mai nächsten Jahres soll der See wieder voll sein.

Bis März 2020 sollen alle Gewerbegebiete im Märkischen Kreis ans schnelle Internet angebunden sein. Das geht aus dem schriftlichen Sachstandsbericht zum Breitbandausbau hervor, den die Verwaltung den Ausschussmitgliedern vorlegte. Aufgrund der Erhöhung der Fördermittel seitens des Bundes von 15 auf 30 Millionen Euro könne der Glasfaserausbau auch bis in die Ortsteillagen realisiert werden, die bisher nicht berücksichtigt werden konnten. Bis Mitte September finde dazu ein weiteres sogenanntes Markterkundungsverfahren statt. Fest stehe, so die Kreisverwaltung, dass die höchstmögliche technische und räumliche Ausbaustufe beantragt werde, die die Förderrichtlinie zulasse.

Zuletzt aktualisiert am: 31.08.2018