Hilfe zulassen – Pflegeberatung vor Ort

Annegret Röllmann von der Pflegeberatung des Märkischen Kreises entwickelt gemeinsam mit einem Ratsuchenden einen individuellen Hilfeplan, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis
Annegret Röllmann von der Pflegeberatung des Märkischen Kreises entwickelt gemeinsam mit einem Ratsuchenden einen individuellen Hilfeplan, Foto Ulla Erkens/Märkischer Kreis

Pressemeldung vom 20.09.2018
|

Jeder Mensch möchte solange wie möglich selbstbestimmt im Alter leben. Wenn die Selbständigkeit aber durch Krankheit oder eingeschränkte Mobilität dauerhaft beeinträchtigt wird, kann man unterstützende Dienste in Anspruch nehmen. Um möglichst wohnortnah über mögliche Hilfen und deren Finanzierung zu informieren, bietet die Pflegeberatung des Märkischen Kreises in den Städten und Gemeinden Sprechstunden an. Mit den Städten Lüdenscheid und Iserlohn gibt es Kooperationen zur Pflegeberatung.


„Oft gehört Mut dazu, sich Beratung zu holen und Hilfe zuzulassen“, weiß Annegret Röllmann, Pflegeberaterin des Märkischen Kreises. Jeden Freitag von 9 bis 11 Uhr sitzt sie im Bürgerbüro der Stadt Menden. Auf Kundschaft braucht sie in der Regel nicht lange zu warten. „ Einige melden sich telefonisch an“, erklärt Röllmann. Es ist aber auch möglich so vorbei zu schauen. „Einige unserer pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen begleiten wir über Jahre, passen die Hilfen an die sich ändernden Gegebenheiten an und freuen uns, wenn sie mit dieser Unterstützung ein gutes selbstbestimmtes Leben führen können“, erzählt die Pflegeberaterin. Oftmals warten Senioren aber zu lange, bevor sie sich an die Pflegeberatung wenden. „Da ist der Leidensdruck schon sehr groß“, sagt Röllmann. Mit Patentrezepten und Infobroschüren allein ist es hier meist nicht getan. Aus Erfahrung weiß sie, dass die ältere Generation nach außen gerne so lange wie möglich die Fassade wahrt. Dabei quälen sich viele zu Hause oft unnötig lange allein herum, ohne die Hilfen, die die Pflegeversicherung bietet, auszuschöpfen.


Annegret Röllmann ist es wichtig, sich für die Gespräche Zeit zu nehmen. Wenn es um das Thema Pflege geht, spielen auch immer Ängste, Sorgen und geplatzte Lebensplanungen eine Rolle. Um die nötige vertrauliche Atmosphäre zu schaffen, ist es gut, dass der Pflegeberatung ein eigenes Büro für die sehr intensiven und privaten Gespräche zu Verfügung steht. Um mit den Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ein auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmten Hilfeplan  zu entwickeln, will sich Röllmann ein genaues Bild von der häuslichen Pflegesituation und dem Umfeld machen. Daher vereinbart sie nach dem Erstgespräch in der Regel einen Hausbesuch. Dabei gibt sie auch Tipps, wie der Wohnraum barrierefrei gestaltet bzw. auf die Pflegesituation angepasst werden kann.


Oft sind ältere Menschen unsicher, ob sie überhaupt Anspruch auf Pflegeleistungen haben. Es kommen aber auch Ratsuchende vorbei, deren Antrag beispielsweise auf einen Pflegegrad abgelehnt wurde. Dann prüft die Pflegeberaterin anhand des Gutachtens, wie aussichtsreich ein Wiederspruch sein kann und welche weiteren Schritte unternommen werden können. Bei der Beantragung von Pflegegraden und Unterstützungsleistungen für pflegende Angehörige ist die Pflegeberaterin gerne behilflich. In Menden befindet sich der Sozialhilfeträger im gleichen Haus, so dass viele Angelegenheiten auf kurzen Wegen besprochen und geregelt werden können. Auch zeigt die Pflegeberatung wohnortnah die Möglichkeiten der ambulanten, stationären und teilstationären Versorgung sowie mögliche Betreuungsangebote auf.


„Viele Familien kommen, wenn sie erst mal einen roten Faden haben, ganz gut mit dem System zurecht und entwickeln sich bald zu Spezialisten“, erklärt Röllmann. Bei anderen ist mehr Unterstützung notwendig. Dank der engen Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten der Krankenhäuser kann die Pflegeberatung auch nach einem Krankenhausaufenthalt zeitnah eingreifen. Bei Bedarf übernimmt sie dann auch die Koordinierung und Verzahnung der Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten.


Sehr am Herzen liegt Annegret Röllmann, dass die pflegenden Angehörigen auf sich achten und frühzeitig Hilfe annehmen. „Wir erleben es immer wieder, dass sich Ehegatten, Kinder und andere pflegende Angehörige selbst enorm unter Druck setzen und sich in der Pflege vollkommen aufreiben. Damit ist niemandem gedient“, ist die Kreismitarbeiterin sicher. Sie stellt in den Gesprächen immer wieder fest, dass die Betreuungs- und Entlastungsleistungen der Pflegekasse nicht bekannt sind. Auch die Gelder für die Verhinderungspflege bleiben oft ungenutzt. Hier will die Pflegeberatung Aufklärungsarbeit leisten.


 


 Pflegeberatung vor Ort


 


Altena, Hemer, Nachrodt-Wiblingwerde und Plettenberg


Frau Kuhl 02352/ 966-7190


 


Balve, Menden, Neuenrade und Werdohl


Annegret Röllmann 02352/ 966-7103


 


Iserlohn


Dörte Lauterbach 02371/ 217-2072


Frau Meininghaus 02371/ 217-2073


Margarete Schönenberg 02371/ 217-2076


 


Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen und Schalksmühle


Marion Platenius 02351/ 17-2222


Jens Trimpop 02351/ 17-2222


  


Pflegefachkräfte der Pflegeberatung


Lucia Genau 02352/ 966-7192


Monika Hosang 02352/ 966-7126


Frau Weseloh 02352/ 966-7120


Sabine Meth 02352/ 966-7081


 


 

Zuletzt aktualisiert am: 20.09.2018