Historie

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Ein Kreis wird geboren - Die Gebietsreform 1975

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Am 1. Januar 1975 hat das Land Nordrhein-Westfalen den Märkischen Kreis ins Leben gerufen. Das Sauerland-Paderborn-Gesetz, das der Landtag am 5. November 1974 verabschiedet hatte, stellte die Weichen neu. Der Name des Gesetzes zeigt, in welchem großräumigen Zuschnitt diese Gebietsneuordnung vor sich ging. Das Ergebnis war für das westliche Sauerland die Bildung des Märkischen Kreises als einen der großen des Landes, ja sogar des neuntgrößten der gesamten Bundesrepublik.

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Der Märkische Kreis entstand im Wesentlichen aus den Alt-Kreisen Iserlohn und Lüdenscheid sowie dem Amt Balve. Sieben Jahre lang dauerte das politische Gerangel um die Neuordnung des Raumes Sauerland/Paderborn im Rahmen der Gebietsreform in NRW. Ziel des Landes war es, Verwaltungsstrukturen abzubauen und Kosten zu reduzieren. Von ehemals 2.300 Gemeinden blieben nach der Gebietsreform in NRW nur noch 370 Großgemeinden. Von vorher 37 kreisfreien Städten, darunter auch Iserlohn, verblieben 23. Die Zahl der Landkreise verminderte sich von 57 auf 29. Die Ämter verschwanden ganz von der Landkarte.

Auch im Märkischen Kreis ging es turbulent zu: Der Kreis Lüdenscheid orientierte sich entgegen den Plänen der Landesregierung eher südlich und focht mit dem Kreis Olpe einen Kampf um Plettenberg aus. Der Kreis Iserlohn rang zäh um seine Selbständigkeit, war aber im Rahmen des Gesamtkonzepts zu klein, um sich gegenüber den Ballungszentren des Ruhrgebiets und Hagen zu behaupten. Schließlich musste der Kreis noch Gebiete an Hagen (Hohenlimburg) und den Kreis Unna (Schwerte-Westhofen) abgeben. Die Stadt Iserlohn verlor ihre Kreisfreiheit, wurde aber immer-hin mit Letmathe, Hennen, Sümmern und Kesbern zum Mittelzentrum ausgebaut.

Die Stadt Altena erhoffte sich aufgrund ihrer zentralen Lage Aussichten auf den Verwaltungssitz. Das Rennen machte jedoch Lüdenscheid. Die Landesregierung vermutete hier ein hohes Entwicklungspotenzial für ein starkes Mittelzentrum zwischen Hagen und Siegen. Zudem war der Bevölkerungsanteil des ehemaligen Kreises Lüdenscheid höher als der des Restkreises Iserlohn.

Wieso Märkischer Kreis?

Der erste Kreistag des Märkischen Kreises 1975

"Wieso der Märkische Kreis eigentlich Märkischer Kreis heißt, weiß bis heute niemand so genau", scherzte Dr. Walter Hostert, von 1975 bis 1994 ehrenamtlicher Landrat des Märkischen Kreises, bei der Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums im Festsaal auf der Burg Altena. Bei der Namensfindung war die Landesregie-rung nicht zimperlich: Märkischer Kreis suggerierte eine gemeinsame Vergangenheit, die sich historisch nur bedingt belegen lässt. Der Märkische Kreis deckt weder das Territorium der ehemaligen Grafschaft Mark ab, noch waren alle 15 Städte und Gemeinden märkisch.

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Menden und Balve waren ehemals kurkölnische Städte des Herzogtums Westfalen. Letmathe gehörte zur Grafschaft Limburg. Jürgen Dietrich, ehemaliger Bürgermeister Lüdenscheids (1975 – 1994), sah den Zusammenschluss eher unter wirtschaftlichen Aspekten: „Man entschied sich, eine historisch gewachsene Landschaft zusammen-zuführen, in der es die ‚Drahtschiene‘ Lüdenscheid, Altena, Iserlohn schon seit alters her gegeben hatte“, äußerte er 1995 gegenüber der Presse.

In jedem Fall war es für Politik und Verwaltung eine Herausforderung, die einzelnen Gebietsteile des Märkischen Kreises mit sehr unterschiedlicher Geschichte, Topografie und Infrastruktur zu einer Einheit zusammenzuschweißen. Oberstes Ziel war es, eine gerechte und möglichst gleichmäßige Versorgung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden sowie ihrer Einwohnerinnen und Einwohner zu erreichen.

Kein leichtes Unterfangen: Am Tag seines Entstehens, am 1. Januar 1975, zählte der neue Kreis 435 584 Einwohner (2005:467.118) auf einer Fläche von rund 1060 Quadratkilometern in 15 Städten und Gemeinden. Die beträchtlichen Größenunterschiede zwischen Städten wie Iserlohn mit damals 97.194 Einwohnern (2005:101.704), Lüdenscheid mit 78 002 (2005: 82.016) und Gemeinden wie Herscheid mit 6 109 (2005: 8.105) und Nachrodt-Wiblingwerde mit 6 811 (2005: 7.057) Einwohnern verlangt der Kommunalpolitik ein hohes Maß an Ausgleichsbereitschaft in politischer Verantwortung für die Teile und für das Ganze ab.

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Zuletzt aktualisiert am: 06.11.2012